Dienstag, 9. Juni 2009

Re: 3 mal Gott nicht verstanden

Dieser Post ist eine Fortführung von meinem Post aus September 2008:

Der reiche Jüngling (Lk 18). Ich stell ihn mir so vor: Er ist in einem frommen Elternhaus großgeworden und kennt sich bestens in der Schrift aus und war immer brav und nett, doch irgendwie hat er das Gefühl das Entscheidene zu verpassen.
So geht er zu Jesus und fragt ihn: Was muss ich tun um das ewige Leben zu bekommen? (Was ist das worauf es ankommt?)
und Jesus weißt ihn auf das Gesetz hin und zählt ihm Gebote auf die er halten soll.
Der Mann gibt sich aber nicht zufrieden mit dieser Antwort, die er sichlich schon oft genug in seiner Kirche gehört hat, auch weil er dem schon lange folge geleistet hat.
So sagt er Jesus das er all das schon lange tut.
Jesus fordert auf seinen Besitz zu verkaufen, an die Armen zu verteilen und ihm dann anchzufolgen.
Der Mann ist traurig, denn er ist sehr reich und Jesus wird klar wie schwer es für einen reichen ist ins Himmelreich zu kommen.

Warum ist der reiche Mann traurig?
a) Er hängt zu sehr an seinem Besitz
b) Er sieh den großen Berg arbeit vor sich, sooo viel zu verkaufe da, da brauch ich ja sicher einen ganzen Monat um das alles bei ebay reinzustellen.
c) Mist, ich kenne keinen Armen dem ich das Zeug andrehen kann.
d) Was wird denn jetzt aus meinem Goldfisch?
e) Wovon soll ich denn dann leben? Ein Spaarbuch für Notzeiten darf doch sicher behalten.

Aus Jesu Perspektive:
Ich bin mir sicher Jesus hat das Problem des Mannes schnell erkannt, konnte ihm aber nicht einfach die Lösung sagen. Der Mann hätte genickt, wäre gegangen und hätte so weitergelebt wie bisher.
Jesus musste den Mann erst in eine Situation der vollen Abhängigkeit von Gott bringen. Sonst würde er nie lernen was es heißt mit Gott zu leben und ihm zu vertrauen. Denn Jesus und auch später die Apostel haben denen die sich bekehren und ins Himmelreich wollten seltenst gesagt sie sollten alles verkaufen. Die Armut macht dich nicht heilig.
Hätte Jesus gesagt verbringe mehr Zeit mit Gott und bete mehr, wäre der Mann hingegangen und hätte versucht mehr Stille Zeit zu machen. Dazu hätte er unheimlich viel Energie gebraucht um sich aufzuraffen, nur um später wieder frustriert aufzuhören.

Samstag, 6. Juni 2009

Lektion 3: Glaube ist Beziehung

Siet ich hier bin haben sich 2 große Hebel bei mir in Bewegung gesetzt. Der erste Prozess in den ich eingestiegen bin ist das wachsende Vertrauen (Lektion 1).
Der 2. ist, dass glaube eine Beziehung zu Gott ist. Für mich ist das eine radikale Veränderung der Sichtweise.

Wie bin ich auf diese "Erkenntnis" gekommen?

Weder durch ein Predigt noch durch ein Buch noch durch ein Gespräch, sondern durch schlichtes beisammensein und mit den Christen hier. Ich kann sehen wie sie ihren Glauben leben.
Das wichtigste ist es Gottes Gegenwart zu suchen. Etwas, dass ich hier auch in jedem Gottesdienst, jedem Hauskreis, jedem Gebetskreis und jeder Jungendstunde deutlich spüren konnte. (@Merenon und Mentalrover: Der open air Godi war da die Ausnamhe, wo ich Gottes gegenwart eigentlich nur während des einen Beitrags spüren konnte).
Man merkt den Menschen an wie wichtig Gott ihnen ist. (und nicht wie wichtig es ist zum Godi zu kommen)

Ist das denn bei uns in Duisburg anders?

Ich würde sagen bei uns liegt wird gelehrt, dass man den Platz finden soll an dem Gott einen haben will und was ein Leben als Christ alles ausmacht (nicht sündigen, nett sein, in der Gemeinde mitarbeiten, Bibel lesen etc.), die Beziehung wir aber ausgeklammert.
Ich würde die "Beziehung" zu Gott wie ich sie in Duisburg wahrneheme wie folgt beschreiben:
Wie lesen den blog den Gott mal geschrieben hat (Bibel), lesen die Kommentare (Predigten), schreiben hin und wieder eine Wunschliste (Fürbitte aller Art), informieren ihn über unser Leben (Monologgebete) und treffen uns mindestens einmal die Woche mit Menschen denen es genausogeht (Godi) und haben ein schlechtes Gewissen wenn wir weder Zeit noch Lust finden all das noch intensiver zu machen.

Tolle Beziehung kann ich da nur sagen.

Wenn eine wirkliche Beziehung da ist werden wir nicht mehr von lernen sprechen und wenn überhaupt von learning by doing (Eine Beziehung verfestigt sich in dem man etwas gemeinsam macht) und nicht von learning by readning or hearing.

Mittwoch, 3. Juni 2009

Lektion 2: Auch der Teufel hat Einfluss auf unser Leben

Mir fällt auf wie oft hier über den Teufel geredet wird. "Damit ärgert mich der teufel immer." "Der teufel versucht meine Beziehung zu Gott zu stören in dem er..." usw.

Ich würde jetzt nicht sagen, dass sich das jetzt großartig auf mein Leben auswirkt, aber es erweitert meinen Wahrnehmungshorizont. Wenn thematisiert wird was uns alles von Gott wegbringen kann und in welche Fallen amn schnell reinfallen kann hat das aber auch was gutes.

Dienstag, 2. Juni 2009

Lektion 1: Vertrauen

Auf meinem blog über meine Zeit in Brüchermühle schreibe ich, was ich dort so erlebe hier möchte ich zeigen, was ich hier so in mir drin abspielt.

Ich hätte nie gedacht, dass ich es mal lernen würde für Essen dankbar zu sein. Da wir hier in der WG aber nicht immer genug haben (dank fehlendem Geld oder fehlender Vorrausplanung)fällt es mir mittlerweile sehr leicht gutes Essen zu schätzen.
Ich fange an "unser tägliches Brot gib uns heute." zu beten und erlebe, dass ich immer versorgt werde. Irgendwie bekomme ich immer 3 Mahlzeiten am Tag. Es ist unglaublich. Wenn gerade nichts da ist, werde ich plötzlich irgendwo zum Essen eingeladen oder plötzlich schenkt und irgendwer Borte usw. Es sieht immer total unspektakulär aus, aber Gott versorgt uns immer mit dem was wir gerade brauchen nicht mehr und nicht weniger.

So beginne ich auch Gott in anderen Bereichen Gott immer mehr zu vertrauen, dass ER mich mit dem versorgt, was ich brauche.

Samstag, 14. März 2009

Unterbelichtete Themen - Zwischenbilanz

Ich arbeite zur Zeit an 2 Posts zum Thema Diakonie und Mission und frage mich dabei welche Themen bei uns eigentlich betont werden. Ich scheine ein Basisthema nach dem anderen anzuschneiden. Aber die Frage ist ja nicht neu.
Je mehr ich mich über all diese Theman nachdenke, desto besser gefällt mir das Konzept der extern fokussierten Gemeinden. Es deckt einfach sehr viel von dem was m.M.n. zu einer gesunden Gemeinde gehört und scheint die Lösung vieler meiner Kritiken zu sein.
Daher lege ich meinen blog jetzt ein wenig beisete und konzentriere mich auf meine PowerPointPräsentation über extern fokussierte Gemeinden. Mal gucken ob ich die bis Dienstag fertig kriege.

Dienstag, 24. Februar 2009

Unterbelichtete Themen - Geistesgaben

Ein weiteres Thema das relativ wenig betont wird sind die Geistesgaben. Irgendwie verbinden wir mit Geistesgaben immer Charismatiker oder Pfingstler. Und da wie nun mal weder Charismatiker noch Pfingstler sind, gibt es diese Gaben halt nicht bei uns.Brauchen tun wir sie eigentlich auch nicht, denn immerhin kommen wir ja auch ohne sie zurecht.

Ich bin der Überzeugung, dass wir hier viel verpassen. Unser aktueller Zustand wird sich aber nicht von alleine ändern.
Schließlich heißt es in 1. Korinther 12,31: "Bemüht euch aber um die höheren Geistesgaben!" (Gute Nachricht)
Wir können uns also um diese Gaben bemühen. Diese Gaben werden nie Teil unseres Gemeindelebens werden, wenn wir einfach so weitermachen wie bisher.

Ähnlich wie bei dem diakonischen Engagement sind die Geistesgaben bei uns sehr versteckt. Durch gezieltes Nachfragen bei Einzelpersonen kann man in Erfahrung bringen, dass es manche Gaben durchaus in unserer Gemeinde gibt. Allerdings haben die Gaben keinen Platz im Zusammenleben der Gemeinde. Geistesgaben sind Privatsache. Wenn jemand feststellt, dass er eine Gabe hat, ist er erstmal auf sich allein gestellt. Es gibt keine Gruppen, Seminare etc. in denen man lernt wie man denn nun mit seiner Gabe umgeht und sie in den Dienst der Gemeinde stellt. 1.Korinther 12,7 "Wie auch immer sich die Gaben des Geistes bei jedem Einzelnen von euch zeigen, sie sollen der ganzen Gemeinde nützen." (Hoffnung für Alle)
Es gibt kaum Bemühungen herauszufinden welche Gaben man den nun hat und wie man sie einbringen kann. Wenn man vor Aufgaben und Entscheidungen steht denkt man auch gar nicht daran, jemanden mit der passenden Gabe aufzusuchen. Wenn jemand krank ist, geht man zum Arzt, nur die wenigsten würden zu einem anderen Christen gehen und ihn fragen, ihm die Hände aufzulegen und für Heilung zu beten. Das gleiche gilt für wichtige Entscheidungen bezüglich der Zukunft unserer Gemeinde (Stichwort: Neubau, Pastorenfrage). Hier wären Gaben wie Prophetie, Wort der Erkenntnis und eventl. auch Auslegung von Sprachengebet sehr hilfreich.

Die höheren Geistesgaben werden bei uns totgeschwiegen. Sie sind suspekt geworden. Es gibt keinen Raum sich auszuprobieren.

Vor einiger Zeit habe ich mir ein Arbeitsheft "Aufbruch in die Zukunft - Geistesgaben in der Praxis des Gemeindelebens" gekauft. Es ist der erste Gabentest bei dem ich mir vorstellen kann, dass das Durcharbeiten zu einem Ergebnis fürhrt mit dem man etwas anfangen kann. Eigene Gaben zu entdecken ist ein Prozess. Johannes Reimer (der Autor des Heftes) erzählte in einer Predigt, dass er mit seinem fünfköpfigen Gemeindegründungsteam im ersten Jahr nur gefragt habt. Was sind wir für Menschen? Was haben wir? Was hat Gott uns gegeben? (sinngemäß). Das war ein langer Prozess.

Am Ende des Heftes gibt es ein Kapitel das sich mit Gründen beschäftigt, warum wir die Gaben die Gott uns gegeben hat nicht erfahren.
Überschrieben ist die Seite mit der Überschrift "Ein Blick hinter den Angstzaun"
Angst ist wahrscheinlich Grund Nr. 1 für die Zurückhaltung in unserer Gemeinde gegenüber übernatürlichen Gaben.
Dennoch möchte ich hier die im Heft genannten Hindernisse nochmal zusamenfassen:

1. Wir glauben Gott nicht. In 1. Petrus 4,10 heißt es "Wie jeder eine Gnadengabe empfangen hat, so dient damit einander als gute Verwalter der verschiedenartigen Gnade Gottes!" (Elberfelder) JEDER ist von Gott begabt. Auch du! Glaubst du das?
2. Wir beten nicht. In Jakobus 4,2 heißt es, dass "[...]Solange ihr nicht Gott bittet, werdet ihr nichts empfangen." (HfA) Wir setzen uns nicht ernsthaft dafür ein, dass Gott uns unsere Gaben zeigen kann.
3. Wir haben die falschen Motive. Einen Vers weiter in Jakobus 4,3 geht es weiter "Wenn ihr freilich Gott nur darum bittet, eure selbstsüchtigen Wünsche zu erfüllen, wird er euch nichts geben." Wer nach den Geistesgaben strebt um dabei selbst möglichst groß rauszukommen, der brauchst nicht zu erwarten, dass Gott sein Gebet erhört.
4. Wir haben keine Ahnung. Wir können unsere Gaben nicht einordnen, weil wir sie nicht kennen. Was ist denn z.B. die Gabe des Apostel?
5. Wir haben Angst vor Menschen. Wir haben Angst ins Abseits zu geraten weil so was bei uns noch niemand erlebt hat. Was werden denn die anderen sagen/denken? Man hat Angst, Unverständnis oder Ablehnung zu Erfahren. Oft ist die Angst auch mit negativen Erfahrungen mit Trägern der jeweiligen Gaben verbunden.

Ergänzen möchte ich noch die Angst davor, dass die Gemeinde mir verfremdet. Wir könnten so werden wie die Charsimatiker. Emotional überladene Gottesdienste ohne vorhersehbare Strucktur und ohne gleichmäßige Abläufe an die man sich gewöhnen kann. Man könnte einen Gottesdienst erhalten bei dem man seinen Verstand bei der Begrüßung abgeben muss.
Zudem ist das Wirken des Geistes schwerer zu kontrollieren. (Wir haben nun mal gern Kontrolle und wüssten vorher, ob jmd beim Zeugnisteil nach vorne kommt.)
Ich weiß, dass man Geistesgaben im Rahmen des Gottesdienstes einbringen kann ohne, dabei Strucktur und Planung aufgeben zu müssen.
Das habe ich bereits bei den Jesus Freaks in Remscheid live erlebt und kenne 2 weitere Gemeinden, die ich in näherer Zukunft besuchen werde, bei denen ich mir sicher bin, dass sie auch genau das hinbekommen haben.
Hier möchte ich auch noch 1. Kor 14,23 zitieren: Stellt euch vor, die ganze Gemeinde versammelt sich und alle fangen an, in unbekannten Sprachen zu reden. Wenn nun Neulinge oder Ungläubige hereinkommen, werden sie euch bestimmt für verrückt erklären.
(Ist wahrscheinlich nicht nur auf kanaanäisch bezogen^^)

Je mehr ich mich mit den Geistesgaben beschäfitge desto fazinierter bin ich von ihnen. Sie machen die Anwesenheit Gottes auf sichtbare/erfahrbare Weise deutlich, bezeugen die Wahrheit unseres Glaubens und erleichtern vieles. Jeder mit seinen Gaben ist ein Teil des Leibes Christi und hat seine Aufgabe. Das Ergebnis dieses funktionierenden Körpers stell ich mir einfach nur wundervoll vor.

Samstag, 7. Februar 2009

Unterbelichtete Themen - Sündenbekenntnis

Ich möchte wieder mal eine Themenreihe starten. Hier will ich Themenbereiche des chrisltichen Glaubens ansprechen, die m.M.n. in meiner Gemeinde zu kurz kommen.

Beginnen möchte ich mit:
Jakobus 5,16 Bekennt einander eure Schuld und betet füreinander, damit ihr geheilt werdet. Das Gebet eines gerechten Menschen hat große Macht und kann viel bewirken.


Jetzt kann man diesen Vers natürlich in die Kategorie "Was-ich-alles-beachten-muss,-damit-jemand-geheilt-wird." einordnen. Halte ich allerdings für zu kurz gefasst.

Wir haben hier eine klare Aufforderung dazu unsere Sünden zu bekennen.

Das Sündenbekenntnis ist nicht nur eine Sache zwischen mir und Gott, sondern auch zwischen mir und meinen Mitmenschen.
An dieser Stelle finde ich den Beichtstuhl, wie die Katholiken ihn haben einen guten Ansatz.
Sündenbekenntnis ist keine einmalige Sache, die ich einmal mache wenn ich ein neues Leben mit Jesus beginne, sondern eine stetig wiederholende Handlung.
Der Beichtstuhl wird immer wieder betreten. Das ist ein übrigens auch sicherer Schutz vor Arroganz.
Ich glaube nicht, dass wir zur Sündenvergebung einen Beichtuhl einen einen Christen mit einem besonderen Amt brauchen wie z.B. einen Priester, kann aber aus eigener Erfahrung sagen, dass es unheimlich gut tut, die Vergebung von einem anderen Menschen zugesprochen zu bekommen.
Es gibt Sünden die bringt man immer und immer wieder zu Gott, schämt sich aber dermaßen dafür, dass man sich nicht traut einem anderen Menschen diese zu beichten.
Klar ist Jesus auch für diese Sünden gestorben, aber diese Mauern die man so um sich herum aufbaut niederzureißen indem man sein "dunkles Geheimnis" mit einem anderem Menschen teilt ist einuheimlich erleichternes Gefühl. - Meine ausdrückliche Ermutigung dazu. (Denn dazu braucht es sehr viel Mut).

Aber der oben zitierte Vers beschränkt sich ja nicht nur auf die dicken Brocken.
Es geht auch um die Kleinigkeiten. Zum einem schärft es unsere Wahrnehmung für das was in Ordnung ist und was nicht, zum anderen macht es uns auch wesentlich authentischer.
Menschen die keine Fehler haben wirken irgendwie unerreichbar und produzieren Vorstellung von einem Leben das wir nicht führen können.
An dieser stelle möchte ich Martin Luther zitieren: „Die Schwächen der Heiligen trösten uns mehr als ihre Tugenden.“
Aus diesem Grund sind Authoren wie Adrian Palss und Mike Yaconelli auch so sympathisch.
Wenn Menschen von ihrem Versagen ist das aus sehr ermutigend. Denn wenn die selben Menschen dann davon berichten was sie mit Gott erlebt haben, wird klar: Das kann ich auch, denn ich bin auch ein Versager. Wenn Menschen nie über eigene Fehler berichten entsteht eher der Eindruck: Der ist so heilig, der leuchtet im Dunkeln.


Für die Praxis: Ich will versuchen mich regelmäßig mit einem Freund zu treffen um zu beten und übers Leben zu reden ohne meine Sünden dabei auszuklammern.

Denn ich will auch nicht zu den Menschen gehören die nur in der Vergangenheit Probleme hatten.