Freitag, 6. Mai 2022

Wie kommt man von Gewalt zum Frieden?

In meinen beiden letzten Beträgen habe ich von den dominanten Schatten meines Lebens berichtet, die mich umtreiben. Der Krieg in der Ukraine ist in meinem Alltag, wie ein permanentes Geräusch im Hintergrund. Manchmal nehme ich es deulich wahr und manch geht es im Lärm meines Lebens unter. Da ist mal ein Nachmittag an dem ich Gemeindemitgliedern helfe eine paar Möbel für urkainische Flüchtlinge in den 4. Stock zu tragen. Da sind Iraner, die ihr Wohnzimmer in ihrer Sozialwohung als Unterkunft für Ukrainer anbieten. Da ist das monatliche Friedensgebet in der Gemeinde, bei dem u.a. Erfahrungen und Sorgen ausgetauscht werden. Da sind Menschen helfen wollen und/oder sich Sorgen machen.

Jeder hat eine Meinung zu dem was in der Ukraine geschieht.

Fast jeder hat eine klare Haltung, was man jetzt tun sollte.

Meine Haltung ist momentan nicht so klar. Ich sehe wie wir scheitern die kleinen, alltägliche Konflikte zu lösen und staune wer plötzlich alle Experte für die großen Konflikte wird. Die Diskussion in den Medien und der Ruf nach größeren, schnelleren Sanktionen, sowie größeren Waffen schien bis zu dem offenen Brief ohne Gegenstimme. Unabhängig von dem Inhalt des Briefes fand ich die anschließenden Diskussionen in den Talkshows sehr ernüchternt. Da Treffen unsere "Experten" in Form von einflussreichen Menschen unserer Gesellschaft aufeinander, um über das Ende eines Konfliketes zu debatieren und hören sich nicht zu. Beide Seiten der Diskussionen müssen ständig wiederholen wie furchtbar sie das Elend in der Ukraine finden, weil der andere ihnen unterstellt dieses Elend nicht ernst zu nehmen. Permanent werden dem anderne die Worte im Mund umgedreht. Permanent werden dem anderen Forderungen unterstellt, die nie ausgesprochen wurden.

In der Bergpredigt sagt Jesus "Selig sind, die Frieden stiften; denn sie werden Gottes Kinder heißen." Ich wünsche mir, dass wir Christen diesen Titel "Gottes Kinder" verdienen, weil wir Friedenstifter sind. Mir scheint allerdings, dass wir in diesem Gebiet kein besonders gutes Bild abgeben. Wie schön wäre es, wenn wir Christen als Expeten für Friedensstiftung etwas kontruktives zu dieser niveulosen Diskussion beitragen könnten.

Im Februar habe ich mich oberflächlich mit ein paar Gesprächstechniken auseinandergesetzt, die bei zerstrittenen Konfliktparteien einsetzt. Als kleine Filmempfehlung an dieser Stelle möchte ich auf "Die Wunderübung" hinweisen.
Ein Krieg hat allerdings eine völlig andere Dimension. Der Berg an Trauer, Wut und Schuld ist deutlich höher und wächst deutlich schneller. Dazu ist das Beziehungsflecht durch die Menge der Akteuere deutlich komplizierter.

Mir scheint eine gute Ausgangsfrage zu ein, wie wir das Wachstum dieses Berges möglichst schnell bremsen kann und gleichzeitig eine Postion erreicht, an der man diesen Berg abbauen kann.

Ich merke dabei, dass es mir an guten historischen Vorbildern fehlt. Wo haben Kriege in einer Form geendet, wie wir es uns heute für die Ukraine wünschen würden? Mit Martin Luther King oder Ghandi haben wir beeindruckende Beispiele, wie man mit Mut, Leidensbereitschaft und Klugheit nachholtig gegen hasserfülte Gewalt vorgehen kann. Beide waren aber nicht in einem Kriegsszenario.



Dienstag, 3. Mai 2022

Macht- und Hilflosigkeit

Triggerwarnung: Ich schreibe hier über meine Erfahrungen als Seelsorger. Manche Menschen leben in so einer Dunkelheit, dass es angesichts von Leid und Hoffnungslosigkeit niemanden gibt, der es in der Gemeinschaft mir solchen Lebensschicksalen aushält. Dann ist die einzige Hilfe, die man geben kann,  einen Menschen in seiner Dunkelheit für eine Zeit lang nicht alleine zu lassen. Dabei muss man Aushalten das Leid eines Menschen nicht wegnehmen zu können. Wenn du es in solch einer Dunkelheit nicht aushälst, solltest du diesen Post hier nicht lesen.

 

Manchmal werden die eigenen Wünsche erfüllt und man fragt sich, ob der Wunsch wirklich so gut war. Seit ich in diesem Blog schreibe, denke ich über das Konzept Gemeinde nach und wie ich mir Gemeinde vorstelle. Das Verhältnis von Politik und Kirche hat mich schon früh interessiert, war aber leider nie Teil meines Studiums. Meine Idee ist, dass eine Ortsgemeinde sich nicht in die Politik einmischt, aber durch ihr Wirken zu einem prägenden Faktor unserer Gesellschaft werden.
Jesus hat nie eine politische Partei gegründet oder ein politisches Amt bekleidet, sondern er hat den Menschen eine neue Art zu Leben gezeigt. Mit der Ausbreitung des Christentums im römischen Reich haben immer mehr Menschen ihre Art zu leben verändert und somit das gesamte gesellschaftliche Leben entscheident geprägt.
Diese Veränderung war so nachhaltig, dass heute in Europa die allermeisten Werte, christliche Werte sind - selbst bei Menschen, die nicht an Gott glauben.
Meine Idee von einer deutschen Gemeinde im 21. Jahrhundert ist eine Gemeinde, die durch ihr diakonisches Handeln eine gute Vernetzung in der eigenen Stadt hat. Ich denke Gemeinde also nicht als eine gesellschaftlich-isolierte Gruppe.

Die Gemeinde, in der ich jetz bin, kommt diesem Bild erstaunlich Nahe. Das freut mich, aber ich merke auch welche Schattenseiten in meinem Wunschtraum nicht eingeplant waren. An meiner (hochgeschätzen) Heimatgemeinde hat mich gestört, dass es kaum Verbidungen zu denen Ausgegrenzten und Schwachen unserer Gesellschaft gab. Jetzt habe ich diesen Kontakt und kann das Scheitern unseres Sozialstaates deutlicher erkennen als mir lieb ist.
In der Bergpredigt sagte Jesus: "Selig sind, die da hungert und dürstet nach der Gerechtigkeit; denn sie sollen satt werden." Noch nie habe ich so unter dem Mangel an Gerechtigkeit und Barmherzig gehungert wie hier. Der Kontakt zu den Ausgegrenzten und Schwachen ist der Kontakt zu den Wehrlosen, Ausgebeuteten und Kranken.
Seelsorgegespräche und Krankenbesuche habe ich bereits in meiner Zeit als Jugendleiter gemacht, aber der permanente Kontakt zu Menschen deren Gesundheit stetig schlechter wird, malt mir deutlich die Grenzen unserer medizinischen Möglichkeiten vor Augen. Mit dem Tod freunde ich mich mit jeder Beerdigung etwas mehr an, aber leicht fällt es mir immer noch nicht. Ich kenne Pastoren, die Beerdigungen lieber machen als Hochzeiten, weil man bei den Beerdigungen viel näher an dem ist, was Menschen im innersten bewegt. - Ich bevorzuge Hochzeiten und das obwohl jede Hochzeit die schmerzlich Frage in mir aufwirft, ob ich jemals meine eigene Hochzeit feiern werde. Mal sehen, ob ich mich eines Tages an den Tod gewöhnen werde. Mit dem Tod endet immerhin das Leid. Das hat auch etwas befreiendes, wenn ich den Schmerz von kranken Menschen sehe. Ich würde gerne Leid und Schmerzen nehmen, doch diese Gabe habe ich nicht. So höre ich Geschichten von Operationen, gesundheitlichen Einschränkungen, Schmerzen und Medikamenten. Auf dem Heimweg denke ich dann manchmal an Mt 25,36. Dort sagte Jesus "Ich bin krank gewesen und ihr habt mich besucht." Jesus sagte nicht "Ich bin krank gewesen und ihr habt mich geheilt." Ich will weiter besuchen, auch wenn es mir schwer fällt nicht heilen zu können.

Neben meiner Machtlosigkeit gegenüber Krankheit und Tod steht meine sehr kleine Macht gegenüber Folter und Verfolgung. Ich hatte bereits in meinem letzten Wohnort Lebensgeschichten von traumatisierten Menschen gehört. Menschen deren Leben über Jahrzehnte hinweg ein einziger Alptraum waren.  Heute schreibe ich "Bescheinigungen über kirchliche Aktivitäten" für deutsche Gerichte, die prüfen sollen, ob der christliche Glaube eines Menschen ein "identitätsprägendes Merkmal" ist. Es ist wie ein ganz schlechter Witz. Ich höre Geschichten von Steinigungen, Foltergefängnissen, ermodeten Verwandten, Erpressungen, Vergwaltigungen usw. und dann entscheiden atheistische Richter, dass der Glaube von hochaktiven Gemeindemitgliedern nicht authentisch genug ist, weil ihr Glaube keine absurden Vorurteile über das Christentum bestätigt und schicken Menschen zurück in diese Länder. Später fragt die Sachbearbeiterin beim Amt, warum die abgelehnte Asylbewerberin bei der Abschiebung ein Messer gezogen hat und ist beruhigt, weil die Frau mit dem Messer nur suizid begehen und nicht die Polizisten angreifen wollte. Jetzt beschäftige ich mich plötzlich mit Gesetzen, Anwälten und wie man Menschen auf Gerichtstermine vorbereitet, in denen ihre Abschiebung zum Foltertod beschlossen wird. 
Dann komm ich nach Hause und höre in den Nachrichten, dass Deutschland gerade anfängt mit diesen Ländern über Öl- und Gasimporte zu verhandeln, weil man sich nicht mehr von Diktaturen abhängig machen will.

Jetzt hab ich sie, die Nähe zu den Menschen außerhalb einer sozial-isolierten Gemeinde. Ich sollte vielleicht mehr darüber nachdenken, um was ich Gott bitte. Meiner eigenen Machtlosigkeit angesicht von so viel Ungerechtigkeit und Elend zu sehen ist extrem schwer. Letzte Woche hatten wir wieder ein Friedensgebet in unserer Gemeinde. Der Moderator erzählte davon, wie schwer es ihm fällt mit seiner Machtlosigkeit umzugehen und keine Lösungen zu haben. Seine Hoffnung war, dass unsere Hilfslosigkeit uns weiter in Gottes Arme treibt. Der Gedanke gefällt mir.

Konflikte

Wir leben in einer Zeit der großen, globalen Probleme. Klimawandel, Flüchtlingsbewegungen, Pandemie und ein Krieg in Europa mit dem Potential zum 3. Weltkrieg. All das ist in den Medien und Alltagsgesprächen allgegenwärtig. Meine Probleme und mein Alltag sind etwas kleiner, etwas banaler und sind trotzdem ein Abbild dessen, was wir auf der großen Bühne des Weltgeschehen sehen können.

Ich bin jetzt seit 1,5 Jahren Pastor in meiner erster Gemeinde. Ich will Orientierung geben und merke an vielen Stellen, wie ich selbst noch nach Orientierung suche. Da habe ich mich an meinem alten blog erinnert und will diesen Ort hier nutzen, um meine Gedanken zu sortieren. Zwei große Themen, die mich in den letzten 1,5 Jahren beschäftigt haben sind "Hilflosigkeit" und "Konflikte".

Vorarb ein kurzer Hinweis an meine wenigen Leser: Auch wenn der Post hier sehr ermüdend klingen mag, bin ich sehr gern hier. Ich liebe meine Gemeinde und meine Arbeit hier.

In meiner Gemeinde gibt es keinen großen Konflikt. Die Gemeindeversammlungen verlaufen friedlich und es gibt keine erkennbaren Lagerbildungen. Dafür bin ich dankbar, weil ich weiß, dass das nicht selbstverständlich ist. Zum Thema Corona haben wir ein sehr breites Spektrum an Meinungen. Wir haben Menschen, denen alle unsere Regeln viel zu locker sind und Menschen, die sich nicht impfen lassen, weil in der Offenbarung stehe, dass man das nicht machen solle. Die gesetzlichen Vorgaben haben viel Raum für Interpretation gelassen und so haben wir uns entschieden bei unserem Hygienekonzept nicht den Gesundheitsschutz, sondern den sozialen Frieden am meisten im Blick zu behalten. So konnten wir in einem Balanceakt aus schrittweisen Verschärfungen/Lockerungen und gut dosierten Hinweisen auf ein rücksichtsvolles Miteinander den großen Gemeindekonflikt verhindern.

Parallel zu den unterschiedlichen Corona-Meinungen lernte ich die Familienkonstellationen in meiner Gemeinde kennen. Da sind extrem dominante Senioren, die hohe Erwartungen an das kirchliche Engagement ihrer Kinder haben. Manche erfüllen diese Erwartungen, andere sind bewusst in andere Städte weggezogen, weil sie den Druck ihrer Eltern nicht mehr ausgehalten haben. So gibt es Kummer, um die ungläubigen Kinder gepaart mit Enttäuschung und Liebesentzug. Wir haben Ehrepaare, die massive Ehekonflikte lösen konnte und offen von ihren Problemen erzählen. Wir haben Ehepaare die dermaßen zerstritten sind, dass man die Auswirkungen bis in die Enkelgenaration beobachten kann.
 

Die Anzahl an Scheidungen in unserer Gemeinde ist sehr gering. Einmal erzählte mir ein Vater sein Kind, wäre das einzige Kinder in der gesamten Schulklasse, deren Eltern nicht getrennt leben. Außerhalb der Gemeinde erlebe ich mindestens eine Scheidung pro Jahr in meinem Bekanntenkreis. Ich hasse Scheidungen.

Dann gibt es die ungelösten Konflikte von früher. Da hat irgendjemand vor zehn, zwanzig, dreißig, vierzig Jahren etwas verletzenden gesagt. Man konnte sich nicht versöhnen. Manche schaffen es immerhin noch den gleichen Gottesdienst zu besuchen .... andere nicht mal das.

An drei Tagen pro Woche arbeite ich mit Suchtkranken. Der Konsum hat neben der Gesundheit das Sozialverhalen massiv zerstört. Jeden Tag gibt es die gleichen ungelösten Streitthemen und die Beschwerden über die andere sind allgegenwärtig. Gleichzeitig ist man stolz darauf, wenn man sich von niemandem etwas sagen lässt und die allermeisten sind froh, wenn sie ihre Freizeit alleine verbringen können. Der Drang zur sozialen Isolation gehört zur Symptomatik der Suchterkrankung, erhöht aber die Gefahr eines Rückfalls. Die Mitarbeiter und ich haben somit die Aufgabe eine Gemeinschaft zu fördern, obwohl keiner der Betroffenen Gemeinschaft will und alle massiven Nachholbedaf in ihrem Sozialverhalten haben.

In der Leitung der Jugendgruppe haben wir alle wichtigen Begabungen für die Leitung einer Gruppe notwendig sind. Dummerweise zieht man nur nicht an einem Strang, Ideen werden nicht gemeinsam diskutiert und nie zusammen umgesetzt. Die älteren Jugendlichen (inkl. Leitung) zeigen keinerlei Interesse daran die jüngeren zu integrieren. Der Frust bei den Jüngeren ist mittlerweile so hoch, dass sie nicht mehr kommen.

Eine weitere Gruppe in der Gemeinde sind Flüchtlinge aus dem nahen Osten. Die Deutschkenntnisse sind sehr unterschiedlich in der Gruppe. Eine Gemeinsamkeit ist das Heimatland in der die Politik bewusst eine Kultur geprägt hat die Teamarbeit unmöglich macht. Ein Volk das nicht kooperieren kann, kann keine Revolution organisieren. Neid, Mobbing und Lästern wirken wie ein langsames Gift, dass man leicht übersieht.


Für mich sind all diese Konflikte ein typisches Mekrmal für unsere Gesellschaft. Wir entfremden uns zunehmend und haben verlernt so zu streiten, dass wir uns danach versöhnen können. Streit ist an sich nichts schlechtes. Jesus hat sich auch immer wieder gestritten. Dennoch ist der Kern des christlichen Glaubens die Versöhnung. Gott versöhnte die Welt mit sich (2. Kor 5,19) und jene, die sich für den Frieden einsetzen, werden Kinder Gottes genannt werden (Bergpredigt).

Ich will an das Vater-Unser erinnern. Ein Gebet in dem wir um das Selbe Maß an Vergebung bitten, die wir unseren Mitmenschen zugestehen. Dieses Gebet gibt mir Orientierung. Jesus hat uns dieses Gebet gegeben. Es ist der Jesus, der uns zuerst vergeben hat. Es ist der Jesus, der am Kreuz hing und betete "Vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun."

Mittwoch, 16. August 2017

Mentor



Letzte Woche war die schwerste meines bisherigen Lebens. Auf unserer Hochschule gibt es ein Mentorensystem unter den Studenten. Mein Mentor ist drei Jahre älter als ich, verheiratet und Jahrgangssprecher in dem Semester über mir. In den zwei Jahren, die wir uns nun kennen ist aus der Mentorenbeziehung eine tiefe Freundschaft geworden.

Morgen werde ich auf seine Beerdigung gehen.

Vor zwei Jahren kannte ich gerade einmal seinen Namen und wusste, dass er zu den wenigen Studenten hier gehört, die älter sind als ich. Ich weiß noch wie ich ihn fragte, ob er mein Mentor werden wolle. Er fragte, ob es etwas Akutes gebe über das ich sprechen wolle. Ich verneinte. Mir ging es gut. Aber man weiß ja nicht ob das so bleiben wird. Und wenn es mir dann mal schlecht geht, will ich vorbereitet sein. Ich will jemanden zum Reden haben und nicht erst dann anfangen mir jemanden zu suchen.

Es wirkt wie bittere Ironie. Jetzt wäre das erste Mal gewesen, dass ich jemanden gebraucht hätte.
Als ich die Todesnachricht am Samstag hörte, wollte mein Verstand nicht verstehen, was ihm eben mitgeteilt worden war. Ich ging zurück an meinem Arbeitsplatz in der Bibliothek. Dabei passierte ich den Tisch meines Mentors. Bücher und Laptop lagen dort. Es sah so aus, als ob er gerade kurz weg war um sich einen Kaffee zu gönnen. Ich verstand noch nicht, dass diese Bachelorthesis nie fertig werden würde. 

Auf den Schock am Samstag folgte Trauer am Sonntag. Ich traf mich am Morgen mit seinem Semester. Mein Verstand begriff noch immer nicht was geschehen war, aber mein Herz war überflutet von Trauer. Ich wusste, dass es nun richtig war mich dieser Trauer zu stellen und mich ihr hinzugeben. Ich würde mich dem stellen müssen. Am Mittag überlegte ich, ob ich meine Eltern oder Freunde anrufen sollte, um zu erzählen was geschehen war, um zu erzählen wie es mir ging. Allein bei dem Gedanken dies zu tun, brach mir die Stimme weg. Am Nachmittag wurde ich krank.
Als ich am Montag beim Arzt war, um mich krankschreiben zu lassen, musste ich aussprechen was geschehen war. Ich Es war wie ein erstes Eingeständnis, dass das, was ich gehört hatte, tatsächlich real war. Im Laufe der Woche folgten noch weitere Eingeständnisse dieser Art.
Wir trafen uns nun jeden Morgen um zu erzählen wie es uns geht und miteinander zu beten. Das tat gut und half.

Mittlerweile habe ich seinen Tod akzeptiert. Die Verarbeitung ist noch lange nicht vorbei, aber der Alltag hat mich wieder. Ich habe viel nachgedacht und mich selbst ein Stückchen besser kennengelernt. Ich werde noch lange an den 05.08.2017 und die darauffolgenden Tage denken.
Hätte ich vor zwei Jahren gewusst welche emotionalen Tiefen ich durch den Beginn dieser Freundschaft entdecken würde… ich hätte nicht anders gehandelt. Es war die Zeit wert.

Dinge die sich in mir verändert haben:
       -Ich habe keine Angst vor Beerdigungen mehr. So makaber es klingt. Ich freue mich darauf. Nicht weil ich froh bin, sondern weil ich mich verabschieden kann. Für diese Gelegenheit bin ich dankbar.
-          - Ich habe keine Berührungsängste mit Menschen in tiefer Trauer mehr – auch nicht, wenn es sich um Angehörige handelt.
-          - Ich fühle mich erneut bestärkt in der Priorität Familie vor Gemeinde.
-          - Ich habe einen neuen Vorsatz getroffen: Wenn ich einmal heiraten sollte, will ich mit meiner Frau darüber reden was passieren soll, wenn jemand von uns vorzeitig stirbt.

Bizarres: Ich spiele seit ein paar Monaten ein Onlinekartenspiel. Etwa alle 60 Spielstunden bekommt man eine von 16 Karten des höchsten Seltenheitsgrades. In besagter Woche habe ich solche eine Karte bekommen. Sie hatte den Namen „Tod“. Daraufhin habe ich das Spiel abgebrochen.

Dienstag, 6. Mai 2014

Zwischenbilanz

Es ist unglaublich wie die Zeit vergeht. In den letzten Jahren haben ich oft insgeheim davon geträumt an einen anderen Ort zu ziehen und nochmal neu anzufangen, einen eigenen Lebensstil zu entwickeln und "Projekte" zu beginnen die erst möglich werden wenn man nicht mehr zu Hause wohnt.
Im letzten September war es dann so weit und ich bin tatsächlich ausgezogen. Gerade mal 30 km von meinem ursprünglichen Wohnort entfernt habe ich Arbeit und eine Wohnung gefunden. Ursprünglich wollte ich noch weiter weg, aber im Nachhinein hat sich das als sehr gute Entfernung erwiesen.
Dafür habe ich das (vermutlich) einmalige Angebot abgelehnt in eine WG zu ziehen in die ich schon lange rein wollte.
Der Plan war bewusst einen neuen Lebensabschnitt zu beginnen, selbstständiger zu werden und zu der Version meiner selbst zu werden von der ich die letzten Jahren insgeheim geträumt habe.
Nach 2 bis 3 Jahren wollte ich dann entscheiden, ob ich wieder zurück in meine Heimatstadt ziehen möchte und wie es weitergehen soll.


Die meisten meiner Ideen für ein neues Leben bin ich angegangen. Der anfängliche Motivationschub meinen Leben Stück für Stück näher an mein Ideal zu bringen ist verloren gegangen und alle begonnenen Veränderungen an meinem Lebensstil haben sich mittlerweile wieder in Luft aufgelöst. Es ist ziemlich deprimierend das so zu schreiben, aber ich will der Wahrheit in die Augen schauen.

Durch das Leben alleine in einer fremden Stadt bin ich natürlich selbstständiger geworden. Aber auch hier kann ich ein dickes Haar in der Suppe finden. Das Leben in einer eigenen Wohnung unterscheidet sich eigentlich kaum von einer Woche Sturmfrei im Haus meiner Eltern. Damit bin ich auch vorher sehr gut zurechtgekommen und auch nach über einem halben Jahr fühlt es sich genauso an.
Auf meiner Arbeit sieht das schon ganz anders aus. Am Anfang habe ich mich sehr darauf konzentriert bloß keinen Fehler zu machen, weil diese sofort eine Menge Ärger mit sich bringen. (Hier haben die Wörter Schuld und Vergebung nochmal ganz neue Bedeutung für mich gewonnen. Ich habe mich noch NIE in einem so unbarmherzigen Umfeld bewegt). Diese Angst konnte ich mit der Zeit abbauen und ich lernte wie es ist, wenn einem Menschen (Vorgesetzte, Kollegen, Kunden, eigene Ansprüche) immer gleichgültiger werden. Eine charakterliche Entwicklung meinerseits die mir überhaupt nicht gefällt, aber wohl notwendig war um hier zu überleben.
Nun treffe ich (selbst-)ständig Entscheidungen aufgrund unzureichender Informationen, ohne Absprache aller Beteiligten und frage mich ob dies wirklich die Selbstständigkeit ist, die ich bei anderen Menschen so oft bewundert habe.

In vier Monaten endet mein Arbeitsvertrag. Wahrscheinlich wird er verlängert, aber mir stellt sich trotzdem die Frage wie es weitergehen soll. Da habe ich eigentlich nur eine leise Ahnung....

Eine Idee will das jedenfalls nicht nennen.



P.S. Das klingt jetzt sehr negativ, aber bevor sich jetzt jemand sorgt ich könne in eine Depression rutschen: Es sind auch viele, kleine gute Dinge passiert. Und aus den schlechten Dingen konnte ich auch etwas lernen. ;)




Dienstag, 29. Oktober 2013

kurzes update

Liebe Leser,
Meinung entsteht immer aus einem Kontext. - Der hat sich mittlerweile bei mir sehr verändert. Damit ich meine Gedankengänge besser einsortieren kann möchte ich kru aufzählen was in den letzten Monaten passiert ist:

Ich habe mein Studium mit viel Not, Elend und einer akzeptablen Note beendet. Parallel habe ich bei einem Glaubensgrundkurs mitgearbeitet. Danach hab ich zwei Wochen jemanden beim renovieren geholfen, drei Wochen Urlaub gemacht, eine Woche mein Zimmer entrümpelt, dann eine Bewerbung geschrieben und eine Woche später Bewerbungsgespräch, Jobzusage, Wohnungsbesichtigung, Mietvertrag und Umzug abgewickelt. Jetzt arbeite ich bereits seit über einem Monat in einer neuen Stadt.
Nach 8 Jahren Jugendleiter habe ich mit dieser Tätigkeit aufgehört, aber gleich ein neues Projekt gefunden in das ich alle meine Kreativität und Motivation hineinstecken kann.
Diese Jahr haben wir angefangen alle 3-4 Monate einen besonderen Godi meiner alten Gemeinde zu organisieren.Vorletzte Woche hat der 3. Godi dieser Art stattgefunden.

Dienstag, 13. August 2013

Wahrheit

Jesus antwortete: »Ich bin der Weg, denn ich bin die Wahrheit und das Leben. Einen anderen Weg zum Vater gibt es nicht. Wenn ihr mich kennt, werdet ihr auch meinen Vater kennen. Schon jetzt kennt ihr ihn und habt ihn gesehen.«
Johannes 14,6+7

Es wird wenig Bibelverse geben die dem heutigen Zeitgeist dermaßen auf die Füße treten. Ich glaube nicht, dass dies vor 2000 Jahren anders war, aber naja. Lasst mich über heute reden. In meinem letzten Beitrag habe ich bereits über "den Weg" geredet. Den Weg über Jesus zu Gott ohne Christentum und Kirche zu gehen scheint intellektuell machbar zu sein und stellt daher kaum noch eine nennenswerte Provokation dar. Bei der Wahrheit sieht das schon anders aus.
Ehrlich gesagt verstehe ich die Gleichung Wahrheit = Jesus (also eine Person) nicht ganz, weil Wahrheit ist für mich eine Bewertungskathegorie. Etwas stimmt, ist richtig oder eben wahr. Das ist der Gegensatz zu Lügen/Fehleinschätzungen/Halbwahrheiten oder realitätfernen Wahrnehmungen.
Man kann den Begriff "Wahrheit" in Vers 6 wohl auch mit "wahrhaftig" übersetzen. Jesus ist dermaßen wahrhaftig - was er sagt und tut ist so von Wahrhaftigkeit durchdrungen - dass er quasi Wahrheit mit seinem ganzen Wesen verkörpert. Dieses Gedankengang bekomme ich mit meinem Verstand geregelt und ich denke damit lässt sich auch arbeiten.*
Die Provokation liegt heutzutage vor allem darin, dass es so etwas wie Wahrheit im spirituellen Kontext überhaupt gibt. Dann auch noch zu behaupten man kenne diese Wahrheit, weiß (nicht glaubt) das sie richtig ist und daraus folgert, dass die anderen falsch liegen wirkt so unglaublich arrogant, abgehoben und dreist, dass viele schon schockiert sind, wenn sie mitbekommen, dass es Menschen gibt die solch eine Meinung vertreten.
Ich bin noch daran mich an diese Weltsicht, die eine Existenz von Wahrheit leugnet zu gewöhnen. Ich bin mit der Überzeugung groß geworden, dass es so etwas wie richtig und falsch gibt und der Mensch in der Lage ist beides voneinander zu unterscheiden. Natürlich werden dabei Fehler gemacht, aber das Konzept von richtig und falsch im spirituellen Kontext für ungültig zu erklären wirkt auf mich einfach nur.... dumm. Das irritiert mich sehr, weil ich die allerwenigsten Menschen die ich kenne als dumm bezeichnen würde. Vielleicht kann man dieses Phänomen damit erklären, dass sich diese Menschen bisher nur mit der Wahrheitsuche, nicht aber mit der Wahrheit - also Jesus - auseinandergesetzt haben und in Folge dessen auf andere Schlussfolgerungen kommen.






*Anmerkung: Ich will damit die angesprochene Gleichung nicht für ungültig erklären. Gott ist mit Sicherheit größer als mein Verstand, aber ich kann nur mit dem arbeiten was ich habe. Für mich bekommt Jesus eben durch diese Verse seinen etwas (im positiven Sinne) mysteriösen Zug.

Dienstag, 9. Juli 2013

Der Königsweg

Es ist soweit. Gestern hatte ich meine letzte Prüfung. Als ich mich gerade zu Bahn aufmache um nach Hause zu fahren werde ich von einer Kommilitonin angesprochen, die auch eben ihr Kolloquium bestanden hat. Wir haben uns im Laufe des Studiums nur flüchtig kennengelernt. Abgesehen von ihrem Namen (ich werde sie hier einfach mal Lena nennen), weiß ich von ihr nur, dass sie gläubig ist und meine Gemeinde als gefährliche Sekte einstuft - einen Vorwurf mit dem sie mich nie konfrontiert hat.
Es entwickelt sich ein Gespräch über Glauben, Spiritualität, Gott und sozialpädagogische Modelle. Ich würde Lena als evangelische Buddistin mit vielen esoterischen Teilelementen bezeichnen. Auch wenn es in Deutschland schon fast normal zu sein scheint sich seine Glaubensüberzeugungen selbst zusammenzubasteln verwirrt mich diese Art der Spiritualität jedes Mal neu. Ich höre sehr viel zu und versuche ihren Glauben nachzuvollziehen. Weil mir diese Art von Überzeugungen, die jegliche Praktiken, Schriften, Erlebnisse und Überzeugungen anderer Glaubensrichtung mühelos ins eigene Konstrukt aufnimmt mittlerweile ganz gut bekannt ist, komme ich recht schnell auf den Absolutheitsanspruch, den Jesus für sich in Anspruch nimmt zu sprechen. Sie bezeichnet Jesus als den "Königsweg" zu Gott. Alle anderen Wege führen aber auch zu ihm. Ich höre immer noch sehr viel zu und sage zwischendurch womit ich nichts anfangen kann und was ich gut finde. Als wir auf den Teufel zu sprechen kommen erzählt Lena mir voller Überzeugung, dass Gott und Teufel die gleiche Person seien... Das Gespräch geht noch weiter. Trotz unserer Differenzen versucht sie (fast immer erfolgreich) meine Überzeugungen in ihre einzubauen. Gegen Ende des Gesprächs schießt mir plötzlich ein Gedanke durch den Kopf: Sie hat viel mehr Fragen als Antworten. Ich habe zwar auch noch offene Frage, die entscheidenen Antworten aber schon gefunden - sie nicht. Nach knapp drei Stunden schlägt sie ein Experiment vor: Sie möchte, dass wir gleichzeitig, füreinander beten. Jeder soll ein Anliegen nennen. Nichts materielles, sondern etwas, dass wir uns tief im inneren wünschen. Ich bin mir etwas unsicher. Lena und mir ist klar, dass ich zu Jesus beten werde. Zu wem Lena beten wird ist mir nicht klar. Die Gelegenheit für Lena beten zu dürfen will ich mir aber nicht entgehen lassen. Während ich noch überlege welchen Wunsch ich nennen soll, schreibt sie ihr wichtigstes Anliegen auf:
"geistige, seelische und körperliche Freiheit - Tun durch Gott in meinem jetzigen Körper [sie glaubt an Wiedergeburt] & Wegfall von allem Belastenden was mich von Gott fernhält"
Ich überlege immer noch was ich mir wünsche soll. Als ich Lena sage, dass ich das was auf ihrem Zettel steht bereits habe ist sie zum ersten Mal in unserem Gespräch sichtbar überrascht und ein wenig irritiert. Schließlich nenne ich meinen Wunsch: 20 Gäste am Abend beim Schnupperabend vom Alphakurs.

Auf dem Weg nach Hause überlege ich was Gott wohl von diesem Experiment hält. Ich weiß es nicht und entschließe mich die Situation in Gottes Hände zu legen. Er kennt Lena, er liebt Lena und er weiß am besten was passieren muss.

Donnerstag, 23. Mai 2013

Erwachsen

Eines Tages wachst du auf und bist erwachsen... Was also tun angesichts dieser unerwarteten Entwicklung?!
 Rückseite der Mangareihe GTO

Ich bin jetzt 24 und stehe nur wenige Woche vor dem Abschluss meines Studiums. Eigentlich sollte ich gerade an meiner Bachelor-Thesis schreiben, aber irgendwie ist gerade keine Luft drin. Daher habe ich beschlossen die Arbeit beiseite zu legen und hoffe, dass sie sich von alleine erledigt. Ich guck später nochmal, ob sich was getan hat....
Jedenfalls wird dieses Elend bald vorüber sein und ein neuer Lebensabschnitt wird beginnen. Noch habe ich keine Ahnung wohin mein Weg führen wird. Mein aktueller Plan: Endlich von zu Hause ausziehen (längst überfällig). Am liebsten in eine WG. Die Stadt ist egal. In eine Partei reinschnuppern und ein bisschen politisch engagieren kann ich mir auch ganz gut vor stellen. Falls ich meine Stadt und damit auch Familie, Freunde und Gemeinde verlassen sollte habe ich die Chance eines Neuanfangs. Ein Gedankenspiel das ich bereits seit Jahren immer wieder spiele. Schwer zu leugenen welchen Reiz diese Idee für mich hat.
Neben der Erkenntnis, dass ich immer noch keinen Ahnung habe was für einen Beruf ich eigentlich ausüben möchte, kommt ein zweiter Gedanke langsam aber sicher an die Oberfläche: Ich werde erwachsen. Ich muss zunehmend Entscheidungen treffen die massive Auswirkungen auf mein Leben haben werden - und ich werde alle Konsequenzen tragen müssen. Ein Privileg mit Risiken.
Der Anteil an Kindern und Ehen in meinem Freundeskreis wächst zunehmend. Obwohl das für mich noch unendlich weit entfernt scheint, wird mir klar, dass auch ich irgendwann für mehr Verantwortung tragen werde müssen als nur für mich selbst. (Ich weiß der Satz ist doof, aber ich hoffe man versteht was ich meine) Als ein Studienkollege mir erzählt, dass ich mit einer Zusatzausbildung (?) zum Therapeuten mein zukünftiges Gehalt mehr als verdoppeln kann, komt mir der Gedanke das Geld ja vielleicht doch nicht so unwichtig ist. Nach etwa einer Woche frage ich mich was aus meinen alten Idealen geworden ist. Theologie des Genug usw.

Erwachsen zu werden ist irgendwie ganz schön schwer. Der Protagonist aus dem Zitat am Anfang beschließt Lehrer zu werden - also das werde ich sicherlich nicht machen.

Samstag, 2. März 2013

Sünde, Strafe, Gnade, Ermahnung und Gemeindezucht

Ich werde wohl in näherer Zukunft zu keine ausführlichen Artikel veröffentlichen. trotzdem gibt es natürlich Themen die mich beschäftigen. Weil ich Euch aber trotzdem daran teilhaben lassen möchte, habe ich mich beschlossen einfach ein Inhaltsverzeichnis des nicht geschriebenen Artikels zu verfassen. Wer Lust hat kann gern einen Kommentar schreiben. Ich hab ja schließlich Spaß am Dialog ;-)

  • Was ist Sünde?
  • Was sind natürliche Konsequenzen von Sünde?
  • Wenn Täter auch Opfer sind. Sollen Sünden bestraft oder die Leidtragen unterstützt werden?
  • Jesu Umgang mit Sündern
  • Benennung von Sünde und das Recht zu Ermahnen
  • Aufruf zur Umkehr
  • Unterschiede in Anspruch und moralischen Vorstellungen bei/an Christen und Nicht-Christen
  • Kirche als Gemeinschaft bekennender Sünder


Ein weiteres interessantes Thema ist das Verhältnis von Gläubigen zu Andersgläubigen am Beispiel der Weisen aus der Weihnachtsgeschichte und der Samariterin am Brunnen.

Dienstag, 12. Februar 2013

Kein Jahresrückblick 2012

Es wird wohl keinen Jahresrückblick geben. Es sind ein paar Dinge passiert deren Auswirkungen ich noch nicht abschätzen kann. Ich habe mich in den letzte Monaten weiter verändert und ich muss sagen, dass der Mensch zu dem ich werde mir ganz gut gefällt. 2013 wird auf jedenfall Ereignisreich und wird mich sehr prägen.

Sonntag, 13. Januar 2013

Youth will go on

Gestern haben wir meiner Jugendgruppe die kommenden drei Monate geplant und haben danach Badminton gespielt. Dies ist das Ergebnis unserer Planung (wie alles auf diesem blog annonymisiert):

3. Januartermin (Freitag) Jugendgodi in  Stadt1 (bei Interesse beim Teenleiter melden)
3. Januartermin. Bowlingcenter (A. ist verantwortlich)
4. Januartermin. Adrian Plass in Stadt2 (M. bestellt am Donnerstag die Karten)


1. Februartermin: Themenabend (Jugendreferent - Themenwünsche noch möglich)
2. Februartermin. Vorbereitung vom 2.3. und dann Badminton
3. Februartermin. HelpingHands (muss noch geklärt werden ob der Termin passt)

1. Märztermin. gestalterischer Abend (B. ist verantwortlich) und für alle unkreativen: Kochen
2. Märztermin. Themenabend (Jugendreferent - Themenwünsche noch möglich)
3. Märztermin. HelpingHands (muss noch geklärt werden ob der Termin passt)
4. Märztermin. Fahrradtour (C. ist verantwortlich)
5. Märztermin. Anbetungsabend (muss noch geklärt werden ob der Termin passt)



Wenn ich mir diesen Plan angucke bin ich sehr zufrieden. Hier kann ich fast alles von dem entdecken war mir an Gemeinde wichtig ist.:
  • Ökumene: Wir besuchen Kirchen und Gemeinden anderer Konfessionen
  • Kochen, Kreativität, Sport & Spaß: Wir müssen nicht immer produktiv sein und können auch einfach mal eine schöne Zeit miteinander verbringen
  • Themenabende: Es geht nicht darum theologische Ansichten gleichzuschalten, sondern eine reflektierte Meinungsbildung zu ermöglichen
  • Diakonie: HelpingHands ist der Titel für unsere diakonischen Aktionen. Momentan bedeutet das, dass wir einen Dachboden renovieren.
  • Anbetung: Ohne die Beziehung zu Gott können wir uns schlecht Christen nennen. Für mich die intensivsten und liebsten Abende.
  • Alle bringen sich ein: Jeder der kommt hat Einfluss auf die Gruppe
Das ist natürlich nicht alles und es gibt auch noch ein, zwei Punkte die ich vermisse.
Meist bin ich nach einem gelungenen Abend (gute Stimmung, gut besucht) hochmotiviert und richtig gut gelaunt. - Wenn das Gegenteil der Fall ist fange ich schnell an über alternative Konzepte nachzudenken. Angesichts der zahlreichen Veränderungen die ich 2013 mitmachen werde und den zahlreichen Jugendlichen die wegziehen habe ich natürlich auch über die Jugend nachgedacht. Aber ich bin mir sicher ich werde weitermachen, denn die Jugend ist Ausdruck dessen was ich unter Christ-sein verstehe. Ohne sie könnte ich gleich aus meiner Gemeinde austreten.

Montag, 2. Juli 2012

Christen

Heute mittag war ich mit ein paar Komilitonen gemeinsam in der Mensa essen. Unter anderem reden wir über muslimische und christliche Konfessionen. Während wir zum Seminar zurücklaufen fragt mich eine der Studentinnen ob sie mir ein paar Fragen zum christlichen Glauben stellen darf. Sie ist 31 und ich sei der erste Christ dem sie begegnet, der seinen Glauben praktiziert.....

armes Deutschland

Dienstag, 22. Mai 2012

Montag

Vier Mal lasse ich mich an diesem Morgen von meinem Wecker stören. Weil ich so spät dran bin lasse ich das Frühstück weg und beschränke mich auf ein Glas Saft gegen meine Halsschmerzen. Etwa eine Stunde später verlasse ich bei strahlendem Wetter und fünf Minuten zu spät das Haus. (Am Nachmittag wird mir aufgehen, dass ich nicht fünf Minuten zu spät sondern fünfzehn zu früh war.) Während ich zur Bahn sprinte denke ich an einen alten Klassenkameraden. Seit dem Abi beschränkt sich unser Kontakt auf ca. drei zufällige Treffen am Bahnsteig pro Jahr. Ich würd ihn gerne einladen mit ein paar Freunden und mir in den Urlaub zu fahren. Daher bete ich, dass wir uns gleich treffen.
Dann gibts noch ein unfreiwilliges Frühstück zusammen mit der Erkenntnis, dass man beim Laufen besser nicht durch den Mund atmet. (Eigentlich find ich Insekten ja cool, aber das was echt widerlich.)
Naja trotz dieser kleinen Unannehmlichkeit erreiche ich keuchen und durchgeschwitzt mein Gleis. Gerade noch rechtzeitig und ein paar Sätze mit meinen alten Freund auszutauschen und ihn einzuladen. Dann kommen unsere Züge. Ich glaube das wird ein schöner Tag.

Freitag, 18. Mai 2012

Zwischen zwei Welten

Glauben ist ein Lebensstil. Der Gedanke ist in Deutschland sehr fremd geworden, zeigt aber sehr schön auf wie elementar unterschiedlich die Vorstellungen sind wenn ich mit meinen Kommilitonen über den Glaube rede. Es sind zwei Welten die aufeinander knallen.
Wir sitzen in einem Seminar und reden über Schöpfungsmythologien. Mich nervt das ganze nur, weil das Thema schon tausend mal rauf und runter diskutiert habe. Wenn interessierts, ob Adam einen Bachnabel hatte?
Mein Sitznachbar (um die 30) hält zum ersten mal in seinem Leben Genesis 1 in den Händen. Zuerst halte ich das für einen Scherz, bis ich schnalle das das stimmt.
Aber es sind nicht nur Unterschiede was theologisches Wissen angeht die mir auffallen.
In Erziehungswissenschaften reden wir über Familienformen, Familienideale und die Familienrealität. Ich sitze neben einer befreundeten Christen und wir fühlen uns wie Fremdkörper. Wir haben beide Geschwister und Eltern die mit ihrem ersten Partner verheiratet sind. Fast kommt der Eindruck bei uns auf, als müssten wir uns dafür rechtfertigen.
In Beratungspsychologie wird eine gelernte Form der Gesprächsführung in einem Rollenspiel geübt. Meine Kommilitonen denken sich ein Beispiel in dem die 14 jährige Tochter einen 19 jährigen Freund hat. Die beiden wollen ihre Beziehung erste sexuelle Erfahrungen sammeln (ob es für den Jungen die ersten sind, bleibt unklar). Die Mutter unterstützt das, der Vater ist ganz gegen die Beziehung. Während ich  mich noch Frage, ob Sex mit Minderjährigen nicht illegal ist (wird überhaupt nicht thematisiert), wird die Einstellung des Vaters als "altbacken" hingestellt.
Sind meinen Vorstellungen zu Ehe und Sexualität so ungewöhnlich?

Alle drei Beispiele haben sich in den letzten zwei Wochen abgespielt und ich könnte die Liste wohl noch um einiges verlängern. Dabei fühle ich mich wie ein Alien im eigenen Heimatland.

Der Graben der sich zwischen mir und meinem Umfeld auftut bekommt immer klarer Umrisse. Gleichzeitig bin ich doch zunehmend dankbar auf dieser Seite zu stehen. Hier ist einfach mehr Harmonie. Klar ist auch hier einiges kaputt, aber Wunden scheinen schneller zu heilen und man hilft sich durch schwere Zeiten.
Auf der anderen Seite begegnen mir immer viele sympathische Menschen von denen ich einige Freunde nennen darf. In meiner Vorstellung würden sie so gut auf meine Seite des Grabens passen und ich wünsche mir so sehr ihnen diese kleine, versteckte Subkultur zu zeigen in der ich lebe. Doch mir fehlen die Worte. Es scheint zu viel zu sein.

 Als Christen wollen wir die Gesellschaft durchdringen. Auf kultureller Ebene (Musik, Arbeit, Politik, Umgangsformen) wird das vielleicht möglich sein. Doch die Sinnfrage wird immer zwischen der christlichen Szene und der übrigen Gesellschaft sein. Wobei der Mehrheit noch nicht mal klar zu sein scheint welche Bedeutung wir der Sache beimessen.

Sonntag, 22. April 2012

Ich schreibe

Ich will eine neue Postreihe unter dem Stichwort "Gedankenfotos" eröffnen. Wenn ich meine Texte lese, mache ich das sehr ruhig und langsam. Nach jeder Zeile mache ich eine kurze Pause. Mit den "Gedankenfotos" will ich eine kurze Momentaufnahme machen wie es mir gerade geht. Am Sonntagabend habe ich vor dem Einschlafen folgendes geschrieben:

Ich bin unruhig, fühle mich unterfordert.
Die Zeit zieht vorbei. Das Leben funktioniert.
Hin und wieder ein Glücksmoment,
Ich habe Zeit. - Ich habe Zeit und weiß nicht wohin.
Mein Alltag ist friedlich. Friedhöflich?
Nicht besinnlich. Noch fröhlich.
Treffe ich Freunde ist alles gut. Die sind aber nicht immer da.

Ich will nicht tiefer in mir graben.
Ich habe Angst.
Angst vor dem was ich finden würde.
Ich will nicht graben.
Denn ich weiß was ich finden würde.

Bin ich bedeutsam? Bin ich ersetzbar? Bin ich wertvoll?
Ja,  nur - irgendwie fühlt es sich nicht ganz so an.

Selbstzweifel nagen. Bin ich auf dem richtigen Weg?

Morgen ist Montag. - Morgen geht es weiter.


Donnerstag, 23. Februar 2012

Liegt Mission in der Verantwortung des Einzelnen?

Wie evangelisieren wir? Missionare werden ins Auslang geschickt und verknüpfen die Gute Nachricht i.d.R. mit einem diakonischen Projekt. In Deutschland entdeckt die Kirche gerade die Diakonie als Teil ihrer Identifikation. Doch gilt Diakonie = Evangelisation? Nein! Denn wenn dem so wäre würden die Kirchen Deutschlands explodieren. Tun sie aber nicht.
Mit der stärkeren Verknüpfung von Glaube und sozialen Engagement nehmen die Berührungspunkte zu Nichtchristen zu. Doch unser Verständnis von Evangelisation bleibt das gleiche.
Der Einzelne soll durch sein Leben und Reden seinen Glauben verkünden. Er soll seinen ungläubigen Freunden Vorbild sein und sie zu Jesus und seiner Kirche führen. - Naja die Praxis sieht mehr so aus, dass man seine Bekehrungsopfer in den Gottesdienst schleppen soll, damit sie dort von Gott berührt werden. Hier entsteht ein kleines Dilemma, wenn man mit dem sonntäglichen Gottesdienst mehr seine Freunde und eine interessante Predigt assoziiert als ein Gotteserlebnis.
Das Video hier verdeutlicht sehr gut, wie man sich  Evangelisation vorstellt:
 http://www.youtube.com/watch?v=jufIUGk-Qlk&feature=youtu.be

Wie so oft leidet man hier unter dem Problem, dass eine banale Tatsache eine spannende Idee zerstört. Das Prinzip der Einladung funktioniert einfach nicht. Ein Mensch der seit zehn Jahren in eine Gemeinde geht hat bestensfalls noch drei Kontakte zu Nichtchristen die bis in eine persönliche Ebene hineinreichen. Die Menschen mit den meisten Außenkontakten sind die Neubekehrten. Die sind allerdings zu einer seltenen Spezies in unseren Reihen geworden.
Wer bei Evangelisation an einen besonderen Gottesdienst denkt zu dem eingeladen werden soll, der verkennt wo Evangelisation stattfindet. Bei diesem Prinzip hängt der Erfolg der Evangelisation von den einzelnen Christen ab die ihre Bekannten mitbringen.

Der einzelne ist hier völlig auf sich gestellt und erfährt keine Hilfestellung durch die Gemeinde. Die kommt nämlich nicht mit zur Arbeit oder besucht meinen Nachbarn. Es wird auch nicht thematisiert wie man über seinen Glauben mit Ungläubigen redet. Da sammelt jeder seine eigenen Erfahrungen und bastelt sich seine persönliche Einstellung dazu zusammen. Ohne das über dieses Thema ein Austausch in der Gemeinde stattfindet.

Ich bin der Meinung das der Einzelne als Kontaktfläche zur Außenwelt aus dem Fokus genommen werden muss. Ich bin dafür struckturelle Kontaktflächen zu schaffen. Es sollte durch die Strucktur (und nicht durch ihre Auffaassung) der Gemeinde gefördert werden, dass man Kontakt zu Personen außerhalb der Gemeinde hat.

Freitag, 13. Januar 2012

Ohne Titel

Heute habe ich den Hebräer-Brief zu ende gelesen und dabei ist mir den Anfang von Kapitel 12
Darum lasst uns durchhalten in dem Wettlauf, zu dem wir angetreten sind, und alles ablegen, was uns dabei hindert, vor allem die Sünde, die uns so leicht umgarnt! Wir wollen den Blick auf Jesus richten, der uns auf dem Weg vertrauenden Glaubens vorangegangen ist und uns auch ans Ziel bringt

und die Verse 15 und 16 aus dem 13. Kapitel hängengeblieben:
Durch Jesus wollen wir Gott jederzeit und in jeder Lebenslage Dankopfer darbringen; das heißt: Wir wollen uns mit unserem Beten und Singen zu ihm bekennen und ihn preisen. Vergesst nicht, Gutes zu tun und mit anderen zu teilen. Das sind die Opfer, an denen Gott Gefallen hat.
Auch wenn sich das nicht direkt aus dieser Stelle ableiten lässt, so musste ich doch dabei an meine Gebetsgewohnheiten denken. Momentan ist mein Glaubensleben von routinemäßigen Gemeindetätigkeiten geprägt und fürs Beten nehme ich mir nur Zeit wenn es quasi durch Gemeinde vorgegeben ist. Ich gebe zwar bei dem was ich tun soll mein bestes, doch muss ich mich fragen, ob dieses Bemühen überhaupt im Sinne Gottes ist, denn ich tue es aus mir selbst, aus meiner eigenen Kraft heraus. Es macht zwar in d. R. alles Spaß, doch bringt es mich auch an meine Grenzen und führt mich immer wieder an Punkte an denen ich einfach nicht mehr kann.

Ich entsinne mich an die Wochen in denen mein Studium begann. Zu der Zeit habe ich fast jeden Tag auf dem Weg zur Fachhochschule intensiv gebetet und habe dabei den Heiligen Geist deutlich gespürt.
Ich denke diese stetige Verbundenheit zu Gott ist die Antwort auf die Frage wie man etwas in Gottes Kraft tun kann.
Und das führt zu inneren Frieden und Lebensfreude. Vor allem aber auch zu Begeisterung für Jesus.
Eine Begeisterung die mir immer wieder mal bei Menschen begegnet, die gerade auf besondere Weise an Gottes Reich mitarbeiten.
Zeiten in denen einem die Welt so unkompliziert erscheint und man sich fragt, warum das nicht alle Menschen so machen, dabei ist es doch so einfach.
Wenn es mir gerade nicht so geht und ich Menschen begegne die gerade voll dabei sind, mischen sich meine Gefühle immer sehr.
In letzter Zeit sind meine Begegnungen mit Gott eher kleine Highlights die mich gerade so über Wasser halten. Dabei erlebe ich immer wieder wie Gott mich aufrichtet und weiter seine Liebe und Treue beweist. Gott gibt mir zwar was ich brauche um all das zu tun, zu dem er mich berufen hat, doch wäre das Ganze wesentlich leichter wenn ich meine Beziehung zu Gott mehr pflegen würde.

Mal sehen was ich aus dieser Erkenntnis mache.

Montag, 2. Januar 2012

Jahresrückblick 2011

 Die Jahreslosung stand dieses Jahr in Römer 12,21
Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem.
Ich hatte ganz vergessen, dass das die Jahreslosung war, aber der Vers passt irgendwie ganz schön gut. Mein Jahr war von zahlreichen Enttäuschungen, Selbstvorwürfen und Tiefpunkten geprägt. Dabei durfte ich immer wieder erleben, wie Gott mich aufgerichtet hat. Wie übersteht man solche Zeiten ohne Jesus?

Die Anfangseuphorie für mein Studium ist endgültig verschwunden und ich sehne mich nach einem Job, für den ich zu Hause nichts vorbereiten muss. Mein Studium in diesem Jahr war der reinste Mist (Vom WS 2010/2011 hab ich nur die Prüfungen mitbekommen, das SS war eine herbe Enttäuschung und das WS 2011/2012 hat durch den fehlenden Tagesrhythmus ganz schön viel kaputt gemacht).

Mit der Entwicklung der Jugendgruppe bin ich sehr glücklich. Wir haben mit einer Durststrecke begonnen und mit einem Aufbruch geendet.
Meine Zeit bei der SMD ist erstmal vorbei, als Ausgleich besuche ich eine neu gegründete Gemeinde eines Freundes. (Da ich in meiner Gemeinde immer mit der Rolle des Jugendleiters identifiziert werde, brauche ich einen gemeindefremden Ort an dem ich keine Verantwortung trage und ich selbst sein kann.)


2011 war, in der Summe, kein sehr schönes Jahr und auch nicht sehr Ereignisreich. Einiges Schönes hat begonnen und so bin ich sehr gespannt auf 2012.

Edit (5.1.12): Mir ist aufgefallen, dass dieser Jahresrückblick aus der Reihe fällt, weil ich zu wenig Ereignisse im Rückblick festgehalten habe. Daher nun dieser kleine Nachtrag:
- Ich habe das dritte und vierte Semester beendet und meine erste Noten bekommen. Mein kleinster Bruder ist nun auch Student und der andere verdient sein erstes Geld. Als Folge bekomme ich kein bafög mehr. Juhuu!
- Aus meinem Freundeskreis haben gleich drei Menschen das Land verlassen. USA, Brasilien, Sambia. Drei verschiedene Kontinente....
- Ich war auf der Studikon und dem Jugendplus-Kongress von Willow Deutschland.

Sonntag, 1. Januar 2012

Dezember

Der Dezember war nicht so kalt wie erwartet. Ich hab mich in einer benachbarten Stadt freiwillig für die Nachtwache einer Notunterkunft für Obdachlose gemeldet. Die macht allerdings erst auf wenn es nachts unter 0 Grad ist und das war es bisher nicht. Daher blieb mir diese Erfahrung erspart.
Mit der Jugend haben wir im ganzen Weihnachtstress keine diakonischen Aktionen mehr gemacht (ich finde wir brauchen für diese Projekte dringend einen Namen. Irgendwelche Vorschläge?) Dafür hatten wir unsere Weihnachtsfeier mit sage und schreibe 32 Jugendlichen. So vielen waren wir noch nie an einem Samstagabend.
Nach langem Ringen habe ich mich dafür entschieden zwei meiner Seminare abzuwählen. Beide Dozentinnen haben mich sehr erstaunt/entsetzt angesehen, aber ich denke, dass die Entscheidung richtig war.
Der Tag der in diesem Monat für mich von besonderer Bedeutung gewesen ist, war der 23. Dezember. Mein Selbstwertgefühl war durch gut gepflegtes Selbstmitleid wieder mal am Boden und meine schlechte Laune hatte sich seit Tagen mit Hilfe verschiedenster deprimierender Erlebnisse angestaut und erreichte ihren Höhepunkt. So saß ich an meinem freien Tag im Zug um ein lausiges Buch in der Bibliothek abzugeben, dass ich noch nicht abgeben wollte (aber musste). Zwei Stunden für  zwei Minuten in der Fachbibliothek meiner Fh.
Ich war ziemlich am Boden. In der Regel lese ich in der Bahn.
An diesem Vormittag jedoch habe ich meine Bücher im Rucksack gelassen und eines dieser besonderer Gebete gesprochen. Keines dieser Gebete, die man vor dem Essen oder dem Schlafengehen betet. Nicht so ein Gebet, dass man Spricht, weil man in der Gemeinde gerde eine Gebetsgemeinschaft macht. (Nicht dass all' diese Gebete nicht auch wichtig wäre, ich hab schon oft erlebt wie Gott auch diese Gebete erhört hat)
Auf dieser Fahrt habe ich eines jener Gebete gesprochen, bei denen deutlich spürbar ist, dass sich etwas verändert.
Innerhalb von einer Stunde peppte Jesus mich dermaßen auf, dass ich vor lauter Lebensglück sprühte. Es sind die Momente in den man versteht, was mit dem Wort "Segen" versucht wird zu beschreiben.
Diese Erlebnisse mit Gott sind, der Grund dafür, dass ich glaube, auch wenn sie zeitlich gesehen nur einen winzigen Teil von meinem Leben ausmachen, so überwiegen sie doch alles an eintönigem und traurigem in meinem Leben.