Sonntag, 22. April 2012

Ich schreibe

Ich will eine neue Postreihe unter dem Stichwort "Gedankenfotos" eröffnen. Wenn ich meine Texte lese, mache ich das sehr ruhig und langsam. Nach jeder Zeile mache ich eine kurze Pause. Mit den "Gedankenfotos" will ich eine kurze Momentaufnahme machen wie es mir gerade geht. Am Sonntagabend habe ich vor dem Einschlafen folgendes geschrieben:

Ich bin unruhig, fühle mich unterfordert.
Die Zeit zieht vorbei. Das Leben funktioniert.
Hin und wieder ein Glücksmoment,
Ich habe Zeit. - Ich habe Zeit und weiß nicht wohin.
Mein Alltag ist friedlich. Friedhöflich?
Nicht besinnlich. Noch fröhlich.
Treffe ich Freunde ist alles gut. Die sind aber nicht immer da.

Ich will nicht tiefer in mir graben.
Ich habe Angst.
Angst vor dem was ich finden würde.
Ich will nicht graben.
Denn ich weiß was ich finden würde.

Bin ich bedeutsam? Bin ich ersetzbar? Bin ich wertvoll?
Ja,  nur - irgendwie fühlt es sich nicht ganz so an.

Selbstzweifel nagen. Bin ich auf dem richtigen Weg?

Morgen ist Montag. - Morgen geht es weiter.


Donnerstag, 23. Februar 2012

Liegt Mission in der Verantwortung des Einzelnen?

Wie evangelisieren wir? Missionare werden ins Auslang geschickt und verknüpfen die Gute Nachricht i.d.R. mit einem diakonischen Projekt. In Deutschland entdeckt die Kirche gerade die Diakonie als Teil ihrer Identifikation. Doch gilt Diakonie = Evangelisation? Nein! Denn wenn dem so wäre würden die Kirchen Deutschlands explodieren. Tun sie aber nicht.
Mit der stärkeren Verknüpfung von Glaube und sozialen Engagement nehmen die Berührungspunkte zu Nichtchristen zu. Doch unser Verständnis von Evangelisation bleibt das gleiche.
Der Einzelne soll durch sein Leben und Reden seinen Glauben verkünden. Er soll seinen ungläubigen Freunden Vorbild sein und sie zu Jesus und seiner Kirche führen. - Naja die Praxis sieht mehr so aus, dass man seine Bekehrungsopfer in den Gottesdienst schleppen soll, damit sie dort von Gott berührt werden. Hier entsteht ein kleines Dilemma, wenn man mit dem sonntäglichen Gottesdienst mehr seine Freunde und eine interessante Predigt assoziiert als ein Gotteserlebnis.
Das Video hier verdeutlicht sehr gut, wie man sich  Evangelisation vorstellt:
 http://www.youtube.com/watch?v=jufIUGk-Qlk&feature=youtu.be

Wie so oft leidet man hier unter dem Problem, dass eine banale Tatsache eine spannende Idee zerstört. Das Prinzip der Einladung funktioniert einfach nicht. Ein Mensch der seit zehn Jahren in eine Gemeinde geht hat bestensfalls noch drei Kontakte zu Nichtchristen die bis in eine persönliche Ebene hineinreichen. Die Menschen mit den meisten Außenkontakten sind die Neubekehrten. Die sind allerdings zu einer seltenen Spezies in unseren Reihen geworden.
Wer bei Evangelisation an einen besonderen Gottesdienst denkt zu dem eingeladen werden soll, der verkennt wo Evangelisation stattfindet. Bei diesem Prinzip hängt der Erfolg der Evangelisation von den einzelnen Christen ab die ihre Bekannten mitbringen.

Der einzelne ist hier völlig auf sich gestellt und erfährt keine Hilfestellung durch die Gemeinde. Die kommt nämlich nicht mit zur Arbeit oder besucht meinen Nachbarn. Es wird auch nicht thematisiert wie man über seinen Glauben mit Ungläubigen redet. Da sammelt jeder seine eigenen Erfahrungen und bastelt sich seine persönliche Einstellung dazu zusammen. Ohne das über dieses Thema ein Austausch in der Gemeinde stattfindet.

Ich bin der Meinung das der Einzelne als Kontaktfläche zur Außenwelt aus dem Fokus genommen werden muss. Ich bin dafür struckturelle Kontaktflächen zu schaffen. Es sollte durch die Strucktur (und nicht durch ihre Auffaassung) der Gemeinde gefördert werden, dass man Kontakt zu Personen außerhalb der Gemeinde hat.

Freitag, 13. Januar 2012

Ohne Titel

Heute habe ich den Hebräer-Brief zu ende gelesen und dabei ist mir den Anfang von Kapitel 12
Darum lasst uns durchhalten in dem Wettlauf, zu dem wir angetreten sind, und alles ablegen, was uns dabei hindert, vor allem die Sünde, die uns so leicht umgarnt! Wir wollen den Blick auf Jesus richten, der uns auf dem Weg vertrauenden Glaubens vorangegangen ist und uns auch ans Ziel bringt

und die Verse 15 und 16 aus dem 13. Kapitel hängengeblieben:
Durch Jesus wollen wir Gott jederzeit und in jeder Lebenslage Dankopfer darbringen; das heißt: Wir wollen uns mit unserem Beten und Singen zu ihm bekennen und ihn preisen. Vergesst nicht, Gutes zu tun und mit anderen zu teilen. Das sind die Opfer, an denen Gott Gefallen hat.
Auch wenn sich das nicht direkt aus dieser Stelle ableiten lässt, so musste ich doch dabei an meine Gebetsgewohnheiten denken. Momentan ist mein Glaubensleben von routinemäßigen Gemeindetätigkeiten geprägt und fürs Beten nehme ich mir nur Zeit wenn es quasi durch Gemeinde vorgegeben ist. Ich gebe zwar bei dem was ich tun soll mein bestes, doch muss ich mich fragen, ob dieses Bemühen überhaupt im Sinne Gottes ist, denn ich tue es aus mir selbst, aus meiner eigenen Kraft heraus. Es macht zwar in d. R. alles Spaß, doch bringt es mich auch an meine Grenzen und führt mich immer wieder an Punkte an denen ich einfach nicht mehr kann.

Ich entsinne mich an die Wochen in denen mein Studium begann. Zu der Zeit habe ich fast jeden Tag auf dem Weg zur Fachhochschule intensiv gebetet und habe dabei den Heiligen Geist deutlich gespürt.
Ich denke diese stetige Verbundenheit zu Gott ist die Antwort auf die Frage wie man etwas in Gottes Kraft tun kann.
Und das führt zu inneren Frieden und Lebensfreude. Vor allem aber auch zu Begeisterung für Jesus.
Eine Begeisterung die mir immer wieder mal bei Menschen begegnet, die gerade auf besondere Weise an Gottes Reich mitarbeiten.
Zeiten in denen einem die Welt so unkompliziert erscheint und man sich fragt, warum das nicht alle Menschen so machen, dabei ist es doch so einfach.
Wenn es mir gerade nicht so geht und ich Menschen begegne die gerade voll dabei sind, mischen sich meine Gefühle immer sehr.
In letzter Zeit sind meine Begegnungen mit Gott eher kleine Highlights die mich gerade so über Wasser halten. Dabei erlebe ich immer wieder wie Gott mich aufrichtet und weiter seine Liebe und Treue beweist. Gott gibt mir zwar was ich brauche um all das zu tun, zu dem er mich berufen hat, doch wäre das Ganze wesentlich leichter wenn ich meine Beziehung zu Gott mehr pflegen würde.

Mal sehen was ich aus dieser Erkenntnis mache.

Montag, 2. Januar 2012

Jahresrückblick 2011

 Die Jahreslosung stand dieses Jahr in Römer 12,21
Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem.
Ich hatte ganz vergessen, dass das die Jahreslosung war, aber der Vers passt irgendwie ganz schön gut. Mein Jahr war von zahlreichen Enttäuschungen, Selbstvorwürfen und Tiefpunkten geprägt. Dabei durfte ich immer wieder erleben, wie Gott mich aufgerichtet hat. Wie übersteht man solche Zeiten ohne Jesus?

Die Anfangseuphorie für mein Studium ist endgültig verschwunden und ich sehne mich nach einem Job, für den ich zu Hause nichts vorbereiten muss. Mein Studium in diesem Jahr war der reinste Mist (Vom WS 2010/2011 hab ich nur die Prüfungen mitbekommen, das SS war eine herbe Enttäuschung und das WS 2011/2012 hat durch den fehlenden Tagesrhythmus ganz schön viel kaputt gemacht).

Mit der Entwicklung der Jugendgruppe bin ich sehr glücklich. Wir haben mit einer Durststrecke begonnen und mit einem Aufbruch geendet.
Meine Zeit bei der SMD ist erstmal vorbei, als Ausgleich besuche ich eine neu gegründete Gemeinde eines Freundes. (Da ich in meiner Gemeinde immer mit der Rolle des Jugendleiters identifiziert werde, brauche ich einen gemeindefremden Ort an dem ich keine Verantwortung trage und ich selbst sein kann.)


2011 war, in der Summe, kein sehr schönes Jahr und auch nicht sehr Ereignisreich. Einiges Schönes hat begonnen und so bin ich sehr gespannt auf 2012.

Edit (5.1.12): Mir ist aufgefallen, dass dieser Jahresrückblick aus der Reihe fällt, weil ich zu wenig Ereignisse im Rückblick festgehalten habe. Daher nun dieser kleine Nachtrag:
- Ich habe das dritte und vierte Semester beendet und meine erste Noten bekommen. Mein kleinster Bruder ist nun auch Student und der andere verdient sein erstes Geld. Als Folge bekomme ich kein bafög mehr. Juhuu!
- Aus meinem Freundeskreis haben gleich drei Menschen das Land verlassen. USA, Brasilien, Sambia. Drei verschiedene Kontinente....
- Ich war auf der Studikon und dem Jugendplus-Kongress von Willow Deutschland.

Sonntag, 1. Januar 2012

Dezember

Der Dezember war nicht so kalt wie erwartet. Ich hab mich in einer benachbarten Stadt freiwillig für die Nachtwache einer Notunterkunft für Obdachlose gemeldet. Die macht allerdings erst auf wenn es nachts unter 0 Grad ist und das war es bisher nicht. Daher blieb mir diese Erfahrung erspart.
Mit der Jugend haben wir im ganzen Weihnachtstress keine diakonischen Aktionen mehr gemacht (ich finde wir brauchen für diese Projekte dringend einen Namen. Irgendwelche Vorschläge?) Dafür hatten wir unsere Weihnachtsfeier mit sage und schreibe 32 Jugendlichen. So vielen waren wir noch nie an einem Samstagabend.
Nach langem Ringen habe ich mich dafür entschieden zwei meiner Seminare abzuwählen. Beide Dozentinnen haben mich sehr erstaunt/entsetzt angesehen, aber ich denke, dass die Entscheidung richtig war.
Der Tag der in diesem Monat für mich von besonderer Bedeutung gewesen ist, war der 23. Dezember. Mein Selbstwertgefühl war durch gut gepflegtes Selbstmitleid wieder mal am Boden und meine schlechte Laune hatte sich seit Tagen mit Hilfe verschiedenster deprimierender Erlebnisse angestaut und erreichte ihren Höhepunkt. So saß ich an meinem freien Tag im Zug um ein lausiges Buch in der Bibliothek abzugeben, dass ich noch nicht abgeben wollte (aber musste). Zwei Stunden für  zwei Minuten in der Fachbibliothek meiner Fh.
Ich war ziemlich am Boden. In der Regel lese ich in der Bahn.
An diesem Vormittag jedoch habe ich meine Bücher im Rucksack gelassen und eines dieser besonderer Gebete gesprochen. Keines dieser Gebete, die man vor dem Essen oder dem Schlafengehen betet. Nicht so ein Gebet, dass man Spricht, weil man in der Gemeinde gerde eine Gebetsgemeinschaft macht. (Nicht dass all' diese Gebete nicht auch wichtig wäre, ich hab schon oft erlebt wie Gott auch diese Gebete erhört hat)
Auf dieser Fahrt habe ich eines jener Gebete gesprochen, bei denen deutlich spürbar ist, dass sich etwas verändert.
Innerhalb von einer Stunde peppte Jesus mich dermaßen auf, dass ich vor lauter Lebensglück sprühte. Es sind die Momente in den man versteht, was mit dem Wort "Segen" versucht wird zu beschreiben.
Diese Erlebnisse mit Gott sind, der Grund dafür, dass ich glaube, auch wenn sie zeitlich gesehen nur einen winzigen Teil von meinem Leben ausmachen, so überwiegen sie doch alles an eintönigem und traurigem in meinem Leben.

Sonntag, 27. November 2011

November

Im November ist (wie in jedem Monat) viel passiert. Die Jugend hat ihre ersten diakonischen Aktionen gestartet und ist (zu meiner Freude) sehr begeistert dabei. Interessant ist, dass wir nicht durch unsere Anstrengung daran gekommen sind, sondern dass sich einfach "zufällig" diese Gelegenheit ergab als wir sie brauchen konnten.
In diesem Monat gab es sowieso einige "Zufälle" die mich grad ganz schön ins Grübeln bringen.
Die sind aber zu privat um sie hier zu posten.*
Die Wahl meines nächsten Praktikums und des Themas meiner Beachelor-Thesis treiben mich schon wesentlich mehr um und es fällt mir schwer einfach ruhig zu bleiben und Gott zu vertrauen, dass ich schon rechtzeitig das Richtige finde.
Ansonsten hatte der November seine deutlichen Höhen und Tiefen. Die dritte Novemberwoche war eine reine Katastrophe. Vor allem am Dienstag und am Mittwoch hat wirklich gar nichts so funktioniert wie ich es mir vorgestellt habe. Nachher bin ich zu einem Freund um dort zu lernen, dass hat zumindest ein wenig geholfen.
In der vierten Woche habe ich nicht nur eine Prüfungsleistung hinter mich gebracht und viele andere Dinge erledigt, sondern mich auch (zurecht) auf ein wundervolles Wochenende gefreut.
Für die letzte Woche habe ich mir vorgenommen ganz viele Bücher fürs Studium zu lesen und viele Freunde und alte Bekannte zurufen mit denen ich schon länger nicht mehr gesprochen habe.

*Anmerkung für mich: Sind in den Entwürfen.

Freitag, 21. Oktober 2011

Juli, September, Oktober

Ferien, Ferien, Ferien... Was soll ich tun mit so viel Zeit?
Aus dem Nebenjob ist dieses Mal wieder nichts geworden. Mein Urlaub lag genau in der Mitte und sperrte damit längere Verpflichtungen. Mein Urlaub war sehr erholsam (erholsam wovon?) und ich konnte abschalten und mich meinen Hobbys widmen.
Sehr entscheidend war für mich der Juli. Da möchte ich nochmal meinen ziemlich depressiven Post vom 24. Juli herausheben. Vielleicht war das mein wichtigster Tag in diesem Jahr.
Jedenfalls gehe ich seit diesem Tag wesentlich besser mit mir um als in den 5 Jahren davor und eine Menge Fragen die mich in diesem blog beschäftigt haben konnte ich mir beantworten.

Ursprünglich hatte ich gedacht unsere Jugendgruppe würde in diesem Herbst auf 2 Familien zusammenschrumpfen. Zu meiner Überraschung ist das Gegenteil passiert und die Gruppengröße ist nahezu explodiert. Jedenfalls sind über 20 Teilnehmer sonst nur bei groß vorbereiteten Events der Fall. Die Pastorentöchter und der neue Jugendreferent haben sich anscheinend gut eingefunden und die 16 bis 18 Jährigen kommen plötzlich. Ich freu mich und danke Gott. An mir liegt diese Entwicklung jedenfalls nicht, auch wenn mir von verschiedenen Seite gesagt wurde ich hätte das, nach all meinem Einsatz in den letzten Jahren, verdient.
Grad hab ich den Eindruck es knickt wieder ein, aber das ist nur so ein Gefühl und muss sich nicht bewahrheiten.

Das Studium hat wieder angefangen und ich habe einen sehr merkwürde Stundenplan der jegliches Routinegefühl verhindert. Von den Fächern die ich habe sind ein, vielleicht zwei ganz gut. Beim Rest kann ich den Nutzen für meinen späteren Beruf nicht erkennen. Ich bin aber sehr glücklich wieder eine Aufgabe zu haben.