Sonntag, 3. Juli 2011

Ein lebendiger Gott

Ich glaube an einen lebendigen Gott. Ich glaube nicht an ein Prinzip, ein System, eine Idee, einen Verhaltenskodex oder eine Religion. Ich glaube an einen Gott mit Persönlichkeit. Jemanden mit dem man kommunizieren kann, der eine Meinung hat, dem Manches wichtiger ist als Anderes. Einen Gott der Emotionen hat und auf das reagiert was er in dieser Welt sieht.
Das klingt sehr menschlich. Ist aber auch nicht verwunderlich. Schließlich sind wir ja nach seinem Bilde geschaffen worden. ;-)

Was bedeutet das nun für uns, das Gott tatsächlich lebt. Nun über die Frage, ob es diesen Gott gibt oder nicht kann man jahrelang streiten. Doch man wird es auch mit der besten Argumentation weder beweisen noch widerlegen können. Ein Zeitvertreib der viel Spaß bereiten kann, aber (wie bei jedem guten Hobby) nie sein endgültiges Ziel erreichen wird.
Die Berechtigung zum Glauben an diesen einen Gott kann nur ein einziges Kriterium liefern: Die Realität. Es muss sich in der Wirklichkeit, im (eigenen) Leben die Situation ergeben, dass ein Zusammenhang zwischen dem Erlebten und Gottes Handeln nicht mehr zu leugnen ist.

Darum sollte es für uns Christen immer natürlicher werden uns (und damit meine Gläubige, wie Andersgläubige) darin zu ermutigen, Gott die Chance zu geben seine Existenz durch sein Handeln zu beweisen. Das Experiment zu wagen, ob Gott denn Eingreift wenn man Ihn bittet.
Gott selbst scheint es jedenfalls sehr wichtig zu sein uns seine Heiligkeit zu beweisen. Ich erinnere daran, dass Mose nicht mit nach Israel durfte, weil er Gott die Möglichkeit sich seinem Volk zu beweisen genommen hatte.

Nun Gott liegt ja nicht träge in seiner himmlischen Hängematte und wartet darauf, dass wir Ihn bitten dies oder jenes zu tun, damit Er sich zeigen kann. Gott handelt ständig in dieser Welt. Allerdings kommt es eher selten vor, dass die Menschen einen Zusammenhang zwischen dem was sie in der Zeitung lesen und dem was Gott in die Wege geleitet hat.
Und da kommt m.M.n. die Fürbitte ins Spiel. Es ist doch komisch. Da ist ein Gott der alles weiß. Er weiß alles über uns, über unsere Gedanken, unsere Sehnsüchte, unsere Vergangenheit und unsere Zukunft. Warum ist es dann wichtig, dass wir aussprechen was uns bewegt. Da ist für Gott doch nichts neues dabei. Langweilt Ihn das nicht? Er erhört unsere Gebete doch schon bevor sie geäußert wurden. (Psalm 139,4 + eigene Erfahrungen)
Warum ist es Gott denn wichtig, dass wir Ihn bewusst um etwas bitten?
Auf diese Weise kann Gott diesen Zusammenhang zwischen Ereignissen und Ihm und somit seiner Existenz beweisen.

Nun bisher habe ich mich auf sehr rationale Beweggründe konzentriert und dabei einen wichtigen Aspekt außer Acht gelassen. Gott ist ein emotionales Wesen.
Gott liebt uns. Er liebt uns über alle Maßen. Und daraus resultieren Sehnsüchte auf Gottes Seite.
Zu aller erst das Bedürfnis wahrgenommen zu werden. Dann aber auch das Bedürfnis nach Austausch, Lob und Anerkennung, gemeinsamer Zeit, wichtig genommen zu werden, um Rat gefragt zu werden, Geschenken, gebraucht zu werden und helfen zu können/dürfen, konkurrenzlos geliebt zu werden und Vertrauen entgegengebracht zu bekommen. Bei dieser Aufzählung habe ich sicherlich einiges vergessen.

Vertrauen scheint für Jesus ein sehr wichtiger Punkt zu sein. In den letzten Wochen habe ich Matthäus und Markus gelesen. Dabei ist mir aufgefallen, wie häufig Jesus Wunder mit dem Vertrauen in Gott in Verbindung bringt.


(Im Kontext dieses blogs wäre „Zwei weitere Gründe fürs Beten“ der alternative Titel.)

Freitag, 1. Juli 2011

Es bewegt sich was

Einer der Punkte die ich sehr an meiner Ortsgemeinde schätze, ist dass sie nie still steht und sich stetig verändert. Auch wenn mir vieles oft sehr zäh erscheint. In der Jugendgruppe erleben wir nun das zweite Jahr in Folge in dem einige und zum teil auch tragende Leute, die Stadt (oder das Land) verlassen um die Welt besser kennen zu lernen. Für die Übriggebliebenen eine merkwürdige Situation. Mal sehen wie viel von uns im Oktober noch übrig sind. Dafür haben wir ab September einen neuen Jugendreferenten der sich dann um die letzten fünf von uns kümmern darf....
Doch meine Generation ist nur eine von vielen in meiner Gemeinde. Und in der beobachte ich mich Freude wie das Thema Diakonie sich der Praxisumsetzung immer weiter nähert. Ich wage zu behaupten, dass spätestens im ersten Quartal 2012 die ersten Gehversuche gemacht werden.
 (Das könnte eventl. erhebliche Auswirkungen auf die Gruppenzusammensetzung unserer Jugend haben. Spannend)
Heute Abend habe ich mich mit einer Freundin (und sporadischer Besucherin der Jugend) über ihren geplanten Afrikaaufenthalt geredet. Das Gespräch erinnerte mich an eine Regel mit der ein anderer Freund ebenfalls vor seinem Flug nach Afrika Bekanntschaft gemacht hat: Wenn du dem Teufel gefährlich wirst, wirst du ihn zu spüren bekommen.

Um den Sack zu zubinden. Wenn meine Gemeinde sich durch Diakonie mit dem Teufel anlegt wird es zum Kampf kommen. Einen Kampf der nur mit Jesu Hilfe zu gewinnen ist. Der Kampf hat noch nicht begonnen aber ich gehe davon aus, dass es bald in unserer Gemeinde nicht mehr so friedlich sein wird.
Daher: Beten, beten, beten!!!!


P.S. Und wenn Ihr schon mal dabei seid - denkt an die Freundin, die nach Afrika will.

Donnerstag, 9. Juni 2011

Vertrauen

Mittelweile hab ich schon Matthäus durch. Es liest sich viel besser als Mose. Auch wenn ich ein paar Stellen ziemlich krass finde.
Besonders aufgefallen ist mir welche Bedeutung Jesus dem Vertrauen immer wieder gibt.
Vermutlich werde ich in einem meiner nächstes Einträge nochmal darauf eingehen. Was denkt Ihr wie wichtig Vertrauen ist. Man hört ständig das Zweifel ok ist (ist es auch, ich denke Gott kommt damit klar), aber die Wichtigkeit von Vertrauen lässt sich trotzdem kaum bestreiten. Lässt sich sicherlich auch eine Heilungstheologie draus ableiten.

P.S. Der einzige Name der im Stammbaum zwei Mal vorkommt ist Jakkob. Jakob, der Stammvater der 12 Stämme Israles hatte zwei Frauen. Der Erstgeborene der ersten Frau war Juda. Der Erstgeborene seiner Zweiten war Josef. Der zweite Jakob hatte auch einen Sohn. Der hießt Josef und heiratete eine Frau Namens Maria.
Einer der vielen Parallelen zwischen dem Volk Israel und dem Leben Jesu. Die Geschichte beginnt von vorn.

Mairückblick

Da hab ich doch glatt einen Monatsrückblick vergessen. Der Juni ist gerade mal 9 Tage alt und ich habe schon Schwierigkeiten zu sagen,  was denn nun im letzten Monat los war. Aber wofür hat man einen Terminkalender?

Ich war auf dem Jugendplus-Kongress von Willow Deutschland. Besonders viel hab ich nicht davon erwartet (gewöhne mich langsam an Kongresse und kann die Begeisterung nicht mehr so teilen.)
Ich beobachte die Entwicklung der Freikirchen zu mehr Diakonie mit gespanntem Herzen und freue mich auf die Zukunft. Am wichtigsten war für mich die Erkenntnis, dass Jesus für mich gestorben ist. Bisher hätte ich formuliert: "Er ist für meine Schuld gestorben." Also Ostern als Bekämpfung der Sünde.
Vielleicht ist es Haarspalterei, aber den Kampf gegen Sünde kann man auch unabhängig von mir sehen.
Das ist ein Perspektivwechsel. Jesus ist für mich gestorben, weil mich liebt und Interesse an mir hat. Sünde ist lediglich das Hindernis, dass zu diesem Zweck beseitigt werden musste.

Meine dreimonatige Behandlung beim Arzt ist vorbei. Allerdings geht es mir mittlerweile genauso wie vorher.
Mein bester Freund ist nach Afrika geflogen um dort Zivi zu machen. Irgendwie ein komisches Gefühl.

Am letzten Maiwochenende war ich mit einem Seminar von der FH aus wandern. Die Zeit war sehr schön und ich habe festgestellt, wie angenehm es sein kann mit Agnostikern über den Glauben zu reden.

Am 30.  Mai habe ich dann auch das AT geschafft (wisst Ihr ja schon ). Ich bin echt froh die Mose Bücher hinter mir zu haben (Genesis und Exodus war ja noch ok, aber der Rest war wirklich ein mühsamer Kampf)

Den Mai über war ich gar nicht in der SMD. Irgendwie komisch, aber auch angenehm das nicht-verpflichtet-sein zu genießen.

Montag, 30. Mai 2011

AT ist durch!!!

Vor ca. 2 Jahren habe ich einen neuen Anlauf unternommen die Bibel komplett durchzulesen. Heute bin ich endlich mit dem Alten Testament durch. *freu*

Freitag, 20. Mai 2011

Fragen über Fragen

Mein Leben zu beschreiben fällt mir im Moment sehr schwer. Ich kann auch nicht wirklich sage, wie es mir geht. Es ist ein hin und her aus Stress, zu viel vergeudeter Zeit, erfreulichem und nervigem.

Es gibt vieles über das ich hier gerne schreiben würde, doch irgendwie komme ich nicht dazu mich mit den einzelnen Themen intensiver zu beschäftigen. Dennoch will ich hier mal ein paar Fragen festhalten.
Vor einer Ankündigung die einzelnen Punkte hier zu behandeln werde ich mich hüten.

Fragen:
1.Was genau ist eigentlich geistliches Wachstum?
2. Wie ist Jesus mit Obdachlosen umgegangen? Hat er sie anders behandelt als andere?
3. Bei welchen Aktivitäten fühle ich mich lebendig?
4. Wie kann es sein, dass es mir objektiv gut und subjektiv schlecht bzw. neutral/gleichgültig/normal/emotional abgestumpft geht? (hab kein passendes Wort gefunden)
5. Wie christlich sind Büchertische?
6. Was genau haben die zwölf Apostel in Lk 9, 2 den Leuten erzählt? Von Ostern und Pfingsten wussten sie jedenfalls noch nichts.

Themen:
7. Unsere Kirchen begeistern sich immer mehr für Diakonie. Was kommt da eigentlich auf uns zu? Ein kleines Statement eines kleinen Studenten.


Wer sich inspiriert fühlt ist herzlich dazu eingeladen in seinem blog etwas über eines der Themen zu schreiben. Ich werde es mit großem Interesse lesen.
Bis dann.

Montag, 2. Mai 2011

Aprilrückblick

Der April ist vorbei und ich stehe nun schon seit elf Wochen unter Medikamenten. Ich bin gerade mal 22 und denk schon so viel über meine Gesundheit nach. Irgendwie gefällt mir das nicht.
Von meiner Ärztin habe ich ein Sing- und Küssvetbot bekommen.

Das Semster verlief bisher leider nicht so wie ich es mir gewünscht hätte. Anfang April musste ich erfahren, dass ich eine der Klausuren im Januar nicht bestanden hatte. Unser Studienaufbau ist recht kompliziert, daher spare ich mir die Einzelheiten. Am Ende musste ich jedenfalls vier Seminare absagen. Jetzt habe ich offiziell nach 12 Stunden FH pro Woche. Real nur noch acht Stunden.
Ich habe mich Gefühlt als würde man mir den Boden unter den Füßen wegziehen und war ziemlich niedereschmettert.

Meine Verhältnis zu Gott hat darunter sehr stark gelitten. Ich verstehe Gott einfach nicht bin hin und wieder richtig wütend auf ihn.

Mitte April hatten wir unser Festessen mit der Jugendgruppe. Wir waren 26 Jugendliche. Das ist eine super Zahl, wenn man bedenkt, dass wir die letzten zwei Monate selten mehr als sechs waren. Vom Essen waren alle begeistert, die Stimmung war gut und ich hatte den Stress in der Vorbereitungszeit sehr genossen. Dennoch wusste ich beim einschlafen nicht, ob ich den Abend als Erfolg verbuchen sollte.
Meine (wirklich sehr kurze) Andacht/Begrüßungsrede war einigen zu lang, es war eine deutliche Klickenbildung zu beobachten, der Abend hatte uns 100€ gekostet (ein drittel unseres Jahresbudgets) und als alles aufgeräumt war blieben nur die Üblichen noch da um zu quatschen.

Über Ostern war ich dann zusammen mit knapp über 1000 anderen Studenten auf der Studikon in Aschaffenburg. Trotz der begeisterten Empfehlung meiner Cousine waren meine Erwartungen an dieses Festival nicht sehr hoch. Meine Beziehung zu Gott war an einem Tiefpunkt angelangt, wie ich ihn bisher noch nicht kannte und ich bezweifelt ernsthaft, ob ich in der Lage war innerhalb von 5 Tagen da wieder rauszukommen.
Die Band und Liederauswahl waren richtig super (nur leider konnte ich nicht singen), die Worshops und Predigten mittelmäßig und die zahlreichen Diskussionen mit meinen BWLer-Freunden interessant.
Gottes Stimme konnte am Ende doch durch die Mauer die ich mittlerweile um mich aufgebaut hatte durchdringen. Im Prinzip hat er mich aufgefordert IHm zu vertrauen und mir dabei Bibelstellen wie Röm 8.28 und Mt 6,33 gegeben.

In der letzten Aprilwoche hatte ich koplett frei. Es ist nichts erwähnenswerten passiert. Am Samstag haben wir in der Jugend die nächsten zwei Monate geplannt und war zwölf Jugendliche. Das hat mich dann doch sehr positiv überrascht.